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Montag, 7. Februar 1895: Fritz Lattke – Maler des Spreewaldes

Cottbus | Von | 4. Februar 2022

Fritz Lattke

Es ist der Optimismus-Zeichenstil der 50er und 60er Jahre, der älteren Lesern aus „Frösi“ oder „Magazin“ in Erinnerung ist. Auch Fritz Lattke pflegte ihn für
„Knabes Jugendbücherei“ in Weimar. Der jetzt wieder aktive Verlag führt den Spreewaldmaler als Autor.

In die Kunstlandschaft der Niederlausitz hat ihn einmal mehr der Historiker, Sammler und Ausstellungskurator Siegfried Kohlschmidt (s. Beitrag „Bilder einer Landschaft“ in Jahrbuch „NIEDERLAUSITZ 20-20“) eingeordnet. Jeder Anlass ist Grund genug, den Cottbuser Maler Fritz Lattke ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Mit etwa 600 hinterlassenen wertvollen Kunstwerken war er außerordentlich produktiv, aber von den Umständen der Zeit wenig begünstigt.
Der kommende Montag bringt solch einen Anlass, es ist der 127. Geburtstag des Malers, dem das Kunsthaus Großenhainer Bahnhof vor zwei Jahren eine bedeutende Ausstellung widmete.
Lattke ist in Neuendorf bei Peitz geboren, aber nur, weil seine Mutter nach dort zu Verwandten zur Entbindung ging. Die Eltern lebten in Sandow, dem damals noch selbständigen Dorf (seit 1904 zu Cottbus), wo er die Dorfschule, später die Cottbuser Gemeindeschule besuchte. Der Lehrer Gottfried Herzog entdeckte das Talent und bewirkte ein städtisches Stipendium für den begabten Schüler. Sein Weg zur Berliner Kunstgewerbeschule und weiter war geebnet. Ähnlich früh wie Blechen verließ auch dieser Maler (mit 14) seine Vaterstadt.
Der Krieg und das weitere Studium ab 1922 führten Lattke in die Ferne, obwohl sein Herz mit viel Wehmut an der Landschaft des Spreewaldes hing. Seine oft düsteren, aber meisterhaft empfundenen Landschaften in Öl bezeugen es. Immerhin schafften es seine Aquarelle „Teich bei Grötsch“, „Burg-Kauper“ und „Burg-Kolonie“ auf eine große Münchener Ausstellung. Sie fanden Lob in der Fachwelt, doch in der jungen DDR vermissten die Entscheider bei Lattke das Bild „der glücklichen Sorben.“ Man schloss „den Düsteren“ 1954 gar aus dem sorbischen Kunstverein aus.
„Gefälliges“ hat er sicher zur Genüge in seiner Weimarer Zeit für Kunden in der Stadt gemalt. Er hielt sich auch mit Zeichnungen für Zeitungen über Wasser und arbeitete mit „glücklichen Strichen“ für den Knabe-Verlag, den es von 1932 bis 1983 am Ort gab, und der mit der Reihe „Knabes Jugendbücherei“ in viele Familien der Republik kam. Erst vor 15 Jahren hat Steffen Knabe, Urenkel des Gründers, den Verlag neu belebt.
Fritz Lattke wurde in Weimar sesshaft. Sein Haus büßte er 1945 beim Bombenangriff ein. Er hatte immer Kontakt zu wendischen Persönlichkeiten. Den Kunstpreis der Domowina erhielt er aber erst im Jahr seines Todes. Er wurde 85 Jahre alt und starb am 9. November 1980 in der Klassikerstadt. Er ist in der Heimat nicht vergessen.

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