Objekt des Monats Juli des Verein „Gubener Tuche und Chemiefasern

Spinndüse zur Herstellung von Chemiefasern.

Spinndüse
Die Spinndüse ist das Herzstück der Chemiefaserproduktion. Foto: Rene von Quennaudon

Guben (MB). Die Spinndüse ist das Herzstück der Chemiefaserproduktion. Chemiefasern werden im Gegensatz zu Naturfasern (Leinen, Baumwolle, Schafwolle u.a.) technisch hergestellt. Um aus flüssigem Polymer (also der Polyamid- oder Polyesterschmelze) feine, fadenförmige Fasern zu machen, nutzt man das sogenannte Spinnverfahren, bei dem Spinndüsen eine zentrale Rolle spielen. Eine Spinndüse ist eine Metallplatte mit feinen Bohrungen (meist < 0,1 mm Durchmesser), durch die das geschmolzene Polymer unter Druck gepresst wird. Dabei entstehen kontinuierliche Filamente, die anschließend verfestigt und weiterverarbeitet werden (Texturierung, Schärerei).

Die hier ausgestellte Spinndüse der Spinnerei von Indorama ermöglichte die Massenproduktion hochqualifizierter Fasern für Textilien, technische Anwendungen und Medizinprodukten. Seit dem 1.10.1964 nahm im Chemiefaserwerk Guben die 1. DEDERON – Feinseidenanlage ihren Dauerbetrieb auf. Von nun an wurden kontinuierlich Chemieseiden produziert. Im Oktober 2024 wurde die Polyester-Filament-Produktion vom thailändischen Eigentümer Indorama Ventures Fibers GmbH nach Italien verfügt. Somit starb am 30.6. eine 61-jährige Tradition in Guben. Der Faden ist gerissen. Besuchen Sie die Dauerausstellungen zur Geschichte der Gubener Wolle und des ehemaligen Chemiefaserwerkes von Dienstag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr und Sonntag von 14 bis-17 Uhr.

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