
Lebendiger Adventskalender lockte erstmals zum Lebensweg e.V.:
Cottbus (ha). Etwas düster wirkte der „Hinterhof“ des Zuschka-Quartiers in Cottbus, doch aus der Nummer 10 der kleinen Bogenstraße Am Fließ leuchtete es hell. Aus zwei Feuerschalen loderten meterhoch die Flammen und flankierten das samtrote Portal. Der lebendige Adventskalender öffnete am Donnerstag erstmals an diesem Ort die Tür. Es ist das Café „Trockendock“ des gemeinnützigen Vereins „Lebensweg“, der für Menschen da ist, die die Gemeinschaft suchen, sich einmal aussprechen und aktiv sein wollen. Jeder ist hier willkommen, sagt der Vereinsvorsitzende Lutz List, der eigentlich auf dem Weihnachtsmarkt den Stand des Vereins betreuen müsste. Dort verkaufen Mitglieder selbst hergestelltes Holzspielzeug, das in der freien Holzwerkstatt entstanden ist. Die Werkstatt befindet sich nur zehn Schritte vom Café „Trockendock“ entfernt. Hier wie da können Menschen aktiv werden und mit anderen ins Gespräch kommen, Anschluss finden. Diese weihnachtliche Botschaft leben die rund 30 Mitglieder nicht nur in der Adventszeit, sondern jeden Tag. Jahraus, jahrein, seit Jahren. „Es sind ganz verschiedene Beweggründe, warum die Menschen zu uns finden: Es ist keinesfalls nur Bedürftigkeit, sondern manchmal eine Krankheit, eine erlittene Behinderung oder Einsamkeit“, erzählt Lutz List. „Wir versuchen, schnell zu helfen, wenn es nötig ist. Dabei hilft uns der Fakt, dass wir keinen Zwängen von Fördermittelgebern unterworfen sind. Wir erwirtschaften die Gelder für die Raummiete, die viel zu hohen Heizkosten, für Strom und andere Kosten selbst. Wir verkaufen die in unserer Sozialmanufaktur hergestellten Holz- und Korbwaren.“ Auch das Angebot im Café hilft beim Wirtschaften. Löhne werden hier nicht gezahlt, alles wird ehrenamtlich geleistet. „Leider sind wir noch nicht bekannt genug, uns fehlt einfach die Lobby“, bedauert er. Doch die, die hier mitmachen, wissen die Einrichtung sehr zu schätzen. Der dritte Standort, der zum Verein gehört, ist übrigens ein Spenden-Annahme-Zentrum in der Zuschka. Hier wird fast alles angenommen. Um anderen zu helfen oder auf dem Trödelmarkt zu verkaufen. „Das hilft auch, Nützliches vor dem Müllberg zu bewahren. Es wird doch einfach viel zu viel zu schnell weggeschmissen.“

All das konnten die Gäste des vierten Adventstürchens erfahren, während sie leckere, warme Quarkkeulchen bei duftendem Kaffee, Tee oder Kakao genießen konnten. Oder während Adventsschmuck geklebt wurde und Kinder der Astrid Lindgren-Geschichte vom Tomte und dem Fuchs lauschten. „Wir hoffen, dass wir mit diesem Nachmittag ein wenig auf unsere Arbeit und unser Anliegen aufmerksam machen konnten. Wir können jede Spende gebrauchen“, sagt der Vorsitzende dann doch noch zum Schluss dieses etwas länger geratenen Adventstürchens. Das hat niemanden gestört.







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