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Regionale Geschichte(n) naher Nachbarschaft

22. November 2019 | Von | Kategorie: Region |

Der Cottbuser und weitere Heimatkalender jetzt im örtlichen Buchhandel

Regionale Geschichte(n) naher Nachbarschaft

Jetzt im örtlichen Buchhandel,
128 Seiten, 6 Euro Foto: J.H.

Region (hnr.) Spätestens zu Nikolaus liegen sie alle in den Buchregalen – falls sie nicht gar schon vergriffen sind. Die Heimatkalender sind, jeder für sich und erst recht in Summe, ein Schatz der Niederlausitz. Zuerst, schon im August, erscheint der „Stog“ (Heuschober) in Burg als Beigabe zum Trachten- und Heimatfest und somit auch noch für Saison-Touristen interessant. Letzter in diesem Jahr ist vielleicht der Gestandenste unter allen, der Gubener Heimatkalender, der sein Erscheinen auch in den DDR-Jahren durchhielt und nun am 3. Dezember in der Stadtbibliothek präsentiert wird.
Viele Heimatkalender haben ein Vor- und ein heutiges Leben. Es gab sie in den 50er Jahren
und dann nicht mehr bis kurz vor 1990. Das trifft auch für den Cottbuser Heimatkalender zu. Seit 1987 erscheint er regelmäßig. Letzte Woche wurde, die Vorgänger von 1954, 56 und 57 eingeschlossen, der 37. Jahrgang
präsentiert. Eine Fleißarbeit vor allem der Redaktion um Christian Friedrich, Steffen Krestin, Harald Großstück, Christian Lehm, Peter Lewandrowski, Dora Liersch, Birgit Mache und Hartmut Schatte, aber auch ein Schatzkästlein heimatkundlicher Perlen.
Der Begriff Cottbus wird nicht allzu eng gefasst, und so flattert gleich die schöne Idee einer Galerie im Kalender über die Stadtgrenzen. Der Künstler Eberhard Krüger war zwar lange Stammgast im DoppelDeck, nie jedoch Cottbuser. Auf dem Hof in Komptendorf (unweit vom legendären Gasthaus Doktor), wo er geboren wurde, lebt und arbeitet er bis heute und feiert, so Gott will, am 10.Februar 2020 seinen 70. Geburtstag. Seine bisweilen wilde Bildsprache kommt in fünf Seiten im Kalendarium schön zur Geltung. Weiter hinten schreibt Günter Sperling sachkundig über den Cottbuser Maler Günther Friedrich (1930-86) zu dessen 90. Geburtstag und versteigt sich in freundschaftlicher Erinnerung zu dem Urteil: „…sein Schaffen reicht deutlich über das seiner Cottbuser Zeitgenossen wie Dieter Dressler oder Rudolf Graf hinaus“. Mag sein, aber „deutlich“? Günther Friedrich würde sich schämen für den Satz, der seine Freunde ungerechtfertigt und taktlos schmälert.
Wie immer, haben Beiträge besonderen Wert, die sich aus eigenem Erleben speisen. So Cornelia Jahrs Erinnerungen an den Herbst 1989. Die großartige Schauspielerin stand der Umweltgruppe um Peter Model (1939-93) und dem Neuen Forum nahe und veranlasste als Privatperson auf eigene Faust die erste Cottbuser Demonstration, die am Theater begann. Viele erinnern sich an ihre Worte vom Balkon. Erstmals ist zwischen den Zeilen zu lesen, dass Intendant Hans Steurich, damals Mitglied der SED-Bezirksleitung, diesem Projekt wohl indirekt zustimmte.
Sehr blutvoll auch die Erinnerungen von Ulrich Winz, der heute in Berlin lebt und viele Jahre die „Märkische Union“, CDU-Landesblatt, in Cottbus redigierte. Er lebte im bis 1950 selbständigen Vorort Madlow und erinnert sich an schwere Stunden des „Zusammenbruchs“ und die lichten Momente jener Zeit, die ihn prägten.
Viele andere Aufsätze tragen vor, was nicht neu im regionalen Schriftwesen ist, und manches kommt fast exotisch daher, wie etwa Dieter Dehames Text über die Herdbuchzucht in der Stadt. Knapp 30 Beiträge zählen wir auf 128 Seiten, leider wieder briefmarkenwinzig illustriert. Auf jeden Fall seine 6 Euro wert.
In Senftenberg ist der „Kippensand“ schon am 25. Oktober präsentiert worden, unter anderem mit der Würdigung des Malers Heinz Karl Kummer zu dessen 100. Geburtstag. Hier wie in Burg hat sich Rolf Radochla über Jahre hinweg um das Produkt verdient gemacht, lange Zeit als Herausgeber. Jetzt hat das in Senftenberg der Verein zu Heimatpflege in die Hände genommen.
Auch in Calau, Lübben (schon im September), Bad Liebenwerda, Luckau, Finsterwalde und anderen Niederlausitzer Orten erscheinen qualifizierte Heimatkalender, zum Teil schon (wieder) seit fast 30 Jahren. Die Projekte werden zur Deckung der Druckkosten von örtlichen Unternehmen unterstützt. Die Autoren leisten ihre aufwändige Arbeit in der Regel ehrenamtlich und honorarfrei.




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