
„Treff am Schillerplatz“ platzt aus allen Nähten / Gute Versorgung trotz Einwohnerrückgang
Guben (ha). Guben schrumpft. Vor allem in der Obersprucke, wo der Altersdurchschnitt besonders hoch ist. Doch davon merkt Marina Schulz nichts. „Die Zahl der Gäste in unserem Treff am Schillerplatz wird immer größer. Ich muss längst Karten rausgeben, weil sonst der Raum aus den Nähten platzt“, sagt die engagierte Leiterin und seit zwei Jahren Stadtteilmanagerin, die den Treff 2006 ins Leben rief und seitdem „ihre“ Senioren verwöhnt. „Meist treffen hier Kinder und Senioren aufeinander. Es ist wichtig, dass beide voneinander lernen und sich gegenseitig achten. Deshalb habe ich die meisten Veranstaltungen so organisiert, dass für Jung und Alt was Schönes dabei ist.“ Sie zeigt Fotos vom Fasching, von Literaturveranstaltungen, vom gemeinsamen Backen (lernen). „Wir haben hier eine offene Bibliothek oder Wechselbibliothek – also Buch mitbringen, Buch mitnehmen. Das funktioniert sehr gut und wird sehr gut angenommen. Ich bin jedes Mal erstaunt, dass die Kinder auch schon Lieblingsautoren haben, sie werden ziemlich gut an das Lesen herangeführt.“
Nun hofft die 61-Jährige, dass sie „ihre beiden Männer“ Waldemar Pogodzinski und Wolf Thomaschewski „behalten“ darf, ihre dreijährige Beschäftigungszeit endet bald. „Auf sie kann und will ich nicht verzichten, sie sind sehr fleißig, verlässlich und sehr beliebt bei unseren Senioren“, argumentiert sie. Sie hat viele Pläne für ihre Gäste, die längst nicht nur aus der Obersprucke kommen. Am 12. März ist Frauentagsfeier, im April geht’s mit den Tagesfahrten los, da braucht sie einen großen Bus, wenn’s diesmal nach Döbern in die Glashütte und zum Böhmen Vaclav nach Gallinchen geht…
So mancher nutzt den Weg zum Treff am Schillerplatz, um Schuhe, Rock oder abgebrochenen Schlüssel zu Doris Gaßmann zu bringen. „Ich will noch ein paar Jahre tätig sein, aber ob ich dann einen Nachfolger finde…“, grübelt sie. Ihre handwerkliche Vielseitigkeit ist nicht zu toppen, und das brauchen die Gubener. Auch zu ihr kommen Leute aus der ganzen Stadt. Im Carré lassen sich viele Wege schnell erledigen. Die Obersprucke ist recht gut versorgt, trotz wenigen Einwohnern.
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