Übergabe von 37 sorbischen-deutschen Volkskunstinterviews an das Wendische Museum übergeben.

Cottbus (MB). Bilder, Schmuck, Pferdegeschirre für das Osterreiten – das sorbische Volkskunstschaffen in der DDR war breit und vielfältig. Dies wird in zahlreichen Zeitzeugeninterviews deutlich, die im Dezember im Wendischen Museum Cottbus übergeben wurden. Diese Zeitkapseln sind das Ergebnis eines Projekts, das sich mit der Entwicklung des sorbischen Volkskunstschaffens in der DDR auseinandersetzt.
Das Wissen der Interviewten, von denen einige mittlerweile verstorben sind, wird für Ausstellungen in Museen oder für die Forschung für immer verfügbar sein. „Besonders berührt hat mich die Leidenschaft, mit der die Menschen ihrer Volkskunst nachgegangen sind. Das Leuchten in den Augen ist für die Nachwelt nun archiviert. Zeitzeugeninterviews sind von unschätzbarem Wert, um das menschliche Element der Geschichte zu zeigen. Für mich ist die Übergabe der Interviews ein wichtiger Schritt zur Bewahrung des sorbischen Kulturerbes“, erklärt Daniel Häfner, der die Interviews führte. Das Projekt umfasste insgesamt 37 Interviews, die in deutscher, obersorbischer und Schleifer-sorbischer Sprache geführt wurden in den Jahren 2012-2025. Die Interviewpartner repräsentieren eine breite Palette von Volkskunstschaffenden, darunter Holzschnitzer, Ostereiermalerinnen, Ankleidefrauen und Leitende von Arbeitszirkeln sowie von sorbischen Institutionen in der DDR.
Die Interviews bieten wertvolle Einblicke in die Strukturen und Entwicklungen des Volkskunstschaffens während der DDR-Zeit und danach. Sie enthalten aber auch Aufnahmen der Werke der Volkskunstschaffenden. Bei den Interviewten dabei sind, u.a.: Babette Zenker, ehemals Bezirkskabinett für Kulturarbeit Cottbus, später Heimatmuseum Dissen; Anna/Hanka Kubaschowa, Ankleidefrau katholische Tracht, Perlenschmuck; Marko Kowar, früher Leiter des Folklorezentrums am Haus für sorbische Volkskultur bis 1991, dann ab 1992 Leiter des Hauses für sorbische Volkskultur bis zur Auflösung 1993, dann Geschäftsführer der Domowina; Georg Wessela, Pferdegeschirre für das Osterreiten und Münzketten.
Die Interviews werden künftig öffentlich bspw. in Ausstellungen zugänglich gemacht und für Forschungszwecke zur Verfügung stehen. Ebenfalls werden sie im sorbischen Kulturarchiv hinterlegt.
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