Spannende Kunstreise im Großenhainer Bahnhof

Kommenden Sonnabend, 13.09.24., zeigt die Kunsthalle Lausitz Neuerwerbungen und Vertrautes.

Willi Krug (1893-1983) aus Guben, Heuernte. Öl auf Leinwand, um 1930. Landwirtschaftliche Szenen gehörten zu den bevorzugten Motiven des Künstlers.
Die etwas gespenstisch anmutende Radierung stammt von Josef Steib (1898-1957) aus München. Der Künstler lebte von 1935 bis 1942 in Berlin. In der Zeit entstand wohl zur Einweihung des Cottbuser Neuen Rathauses dieses hochdramatische Bild. Vom Rathaus ist wenig zu sehen.

Cottbus (h.) Die Kunsthalle im ehemaligen Großenhainer Bahnhof (Nähe Spreewaldbahnhof) präsentiert ab kommenden Freitag eine Ausstellung, wie es sie noch nie gab: beide Lausitzen als Gegenstand der Kunst. Die Bilderreise in Öl, Aquarellen oder Radierungen geht von Neuzelle über Sorau und das Hohenleipischer Lauch bis nach Görlitz, Bautzen und Zittau. Über 100 Werke aus zwei Jahrhunderten präsentiert der Historiker und Kunstkenner Siegfried Kohlschmidt. Alle stammen aus einer privaten Sammlung, die im NIEDERLAUSITZ-Jahrbuch 20-20 bei reicher Illustration systematisch besprochen wurde. Einiges davon kehrt jetzt wieder; der Schwerpunkt aber liegt auf einer erstaunlichen Zahl qualitätvoller Neuerwerbungen.
Soeben druckfrisch liegt der Katalog zur Ausstellung vor, in dem Kohlschmidt erläutert: „Trotz vieler künstlerischer Zeugnisse muss man sagen, eine Kunst-Landschaft war die Lausitz nie. Die Ausstellung gliedert sich, angepasst an räumliche Gegebenheiten, in die Abschnitte ‘Schlösserland Lausitz’, dann eine Reise vom Kloster Neuzelle im Norden bis ins Zittauer Bergland, schließlich Darstellungen zu Industrie, Landwirtschaft und den Altkreisen Guben, Forst und Sorau (heute Żary). Das Vestibül zeigt Kunstwerke zu Cottbus und dem Spreewald. Ergänzt wird alles um graphisch wertvolle Portraits historischer Persönlichkeiten, die in dieser oder jener Weise mit der Lausitz verbunden sind.“
Die Sammlung, entstanden seit gut einem Jahrzehnt, zielt auf Kunstwerke mit Bezug zur Lausitz, solche also von hiesigen Künstlern oder von anderen, die Motive aus der Lausitz zum Gegenstand ihrer Kunst machten. Zu entdecken dürfte es da noch viel geben, wie der beträchtliche Zuwachs aus wenigen Jahren ahnen lässt. „Lausitz“ blieb eine Nische für Sammler.
Die Bildauswahl hat Siegfried Kohlschmidt getroffen, Heiko Straehler-Pohl gestaltet die Ausstellung. Zur Vernissage am 13. September, 18:30 Uhr, gibt es einführende Worte von beiden Herren. Der Eintritt dazu ist auch diesmal frei.

Weitere Beiträge aus Cottbus und Umgebung finden Sie hier!