Sanierungshilfe für einzigartige Kirchenmalerei – Restaurierung einer Kirchseite bis Ende des Jahres


Fotos: Ha.
Briesen (ha). Zum zweiten Mal unterstützen die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Spree-Neiße den Verein „Briesener Freske“ e.V., damit die einzigartigen Malereien in der Kirche erhalten werden können. Nachdem im Jahre 2009 die Ursache für die Feuchtigkeit in den Wänden beseitigt wurde, geht es in diesem zweiten Bauabschnitt darum, die zerstörerischen Salze und andere chemische Verbindungen zu entfernen. Sie gelangten mit dem Mörtel in die einstigen Holzträger-Aussparungen, die in den 1950er-Jahren verfüllt wurden. Damals wurden auch die Fresken wiederentdeckt, aber nicht behandelt. Jetzt sollen renommierte Fachfirmen beauftragt werden, die den schädigenden Mörtel entfernen und die Stellen kaschieren – eine Sisyphusarbeit, die höchster Vorsicht, Präzision und Erfahrung bedarf. Bis Jahresende soll eine Seite der Kirche saniert sein. Welche das ist, wird erst in den nächsten Tagen entschieden. Zwar werden die Farben dabei etwas aufgefrischt, die ursprüngliche leuchtende Farbigkeit wird jedoch nicht wieder hergestellt, das wäre ein denkmalunwürdiger Eingriff. Aber ein Flyer soll parallel entstehen, auf dem der – zum Teil wahrscheinliche – Urzustand dargestellt wird und auf dem gleichzeitig die Bedeutung der Symbole, Szenen und Figuren erklärt wird. Viele Darstellungen sind heute nur mit geübtem Auge und versierten Erklärungen erkennbar.
Ein Wunsch des Vereins und vor allem der Leitenden Restauratorin vom Landesamt für Denkmalpflege, Mechthild Noll-Minor, ist es, weitere Untersuchungen vornehmen zu können, denn es gibt noch zahlreiche offene Fragen, die für eine weiterführende Sicherung der unschätzbaren Fresken wichtig sind. Unschätzbar sind die Darstellungen aus vielerlei Hinsicht, so die Restauratorin. Einerseits sind es die unveränderten Originale, die um 1486 angebracht wurden und trotz teilweiser Zerstörung noch gut erkennbar sind, andererseits ist es die Themenvielfalt, die vom Leidensweg Christi bis zu zeitgenössischen Darstellungen von Musikern und Gauklern reicht. Diese sucht im Land Brandenburg ihresgleichen.
Für Amtsdirektorin Petra Krautz ist die Sanierung ein wichtiger Schritt im Erhalt eines zunehmenden Tourismuszieles.






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