Trockenbraunkohle sorgt für flexiblere Kraftwerke

141122vattenf
Mit einer stilisierten Flamme vor dem neuen Trockenbraunkohle-Silo eines effizienteren Prototyp-Kraftwerkblocks in Jänschwalde erfolgte am 13. November die Inbetriebnahme dieser Pilotanlage. Den symbolischen Startknopf drückten Vattenfall-Vorstand für das Ressort Kraftwerke, Hubertus Altmann (li.), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und die Projektverantwortliche bei Vattenfall Julia Bell

Prototyp im Kraftwerk Jänschwalde macht Öl-Stützfeuerung überflüssig:
Jänschwalde (mk). 40 Meter ragt das Trockenbraunkohle-Silo am Kraftwerk Jänschwalde empor, vor dem sich am 13. November eine Menschenmenge versammelte.
Als Meilenstein der Kraftwerks­technik bezeichnete Hubertus Altmann, Vattenfall-Vorstand für das Ressort Kraftwerke, den Start des umgebauten Kessels, an welchem das Silo angeschlossen ist. Der neue Block macht die Umstellung der Zünd- und Stützfeuerung vom bisherigen Brennstoff Öl auf Trockenbraunkohle möglich. Mit dieser Technologie kann der Kraftwerksblock seine Mindestlast von bisher maximal möglichen 33 Prozent auf bis zu 20 Prozent absenken. „Damit lässt sich die Anlage wesentlich flexibler und effizienter fahren. Das spart Ressourcen und Emissionen“, sagte Hubertus Altmann, der den Prototyp als entscheidendes Projekt für die Flexibilität bezeichnete. Der Kraftwerksblock kann so nach Bedarf hoch- und runtergefahren werden. Deshalb spielt die Braunkohle auch eine bedeutende Rolle für die Energiewende.
141122vattenf2Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hob die Bedeutung der Braunkohle hervor. Brandenburg ist nicht nur Braunkohle-Land sondern auch das Bundesland mit den meisten erneuerbaren Energien in Bezug auf Fläche und Einwohner. Daher kenne er auch die Grenzen beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Die derzeitigen Speichermöglichkeiten von grüner Energie verbildlicht er mit einem Wasserglas. Gebraucht werde aber der Scharmützelsee. „Die Jänschwalder Pilotanlage hat somit nicht nur regionalpolitische Bedeutung, sondern ist auch ein wichtiges  Signal, wie flexibel Braunkohle auf die Energiewende reagieren kann“, so der Ministerpräsident.
In der Anlage kommt künftig Braunkohlenstaub zum Einsatz, der hochwertigste Brennstoff, der im Vattenfall-Veredlungsbetrieb in Schwarze Pumpe hergestellt wird. Mit der bewährten Technologie wird der Wassergehalt der Braunkohle von etwa 50 auf zehn Prozent gesenkt. Vattenfall investierte in den flexiblen Kraftwerksblock rund 13 Millionen Euro.