
Forster Bürgermeisterkandidat Philipp Wesemann (SPD) im Interview:
Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Stadtfraktion, Philipp Wesemann (24), tritt am 22. Februar zur Forster Bürgermeisterwahl an. Im Interview nahm er zu seinen Zielen Stellung.
Herr Wesemann, Sie sind der jüngste Kandidat. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil?
P. Wesemann: Weder noch, denn das Lebensalter ist nicht gleichbedeutend mit einem Anspruch auf bessere Lösungskonzepte.
Nennen Sie einen Punkt, der Sie von ihren Mitkandidaten unterscheidet.
Nachdem die Stadt zuletzt von zwei Verwaltungsbeamten geführt wurde, sind die Ergebnisse dennoch ernüchternd. Ich dagegen möchte gestalten statt verwalten und kann mit dem unbefangenen Blick von außen an die Dinge herangehen. Neben der Fähigkeit, ämterübergreifend denken, entscheiden und handeln zu können, verfüge ich über exzellente Kontakte auf allen politischen Ebenen.
Forst hat nach Planungen eine baulich leere aber dafür grüne Mitte. Freut Sie das?
In Forst mangelt es nicht an Planungen und Konzepten. Im Gegenteil, es mangelt viel mehr an einem klaren Bekenntnis für ein belebtes Zentrum in der Stadt, das sich sinnvoll
entwickeln lässt. Für mich ist dies zweifelsfrei der Berliner Platz. Auch im Sinne der Gewerbetreibenden, muss an dieser Stelle der Schwerpunkt gesetzt werden. Vor dem Hintergrund, dass der höchste „Berg“ in der Umgebung leider der Schuldenberg ist, darf man in dieser Frage nicht weiter herumexperimentieren und auch nicht weiter „wackeln“.
Was ist Ihr Konzept zur Stadtentwicklung?
Stadtentwicklung erschöpft sich für mich nicht in Bebauungsplänen, sondern umfasst den gesamten Bereich des gesellschaftlichen Lebens. Dazu zählt für mich daher auch die Förderung des Sport- und Kultur-
lebens. Ebenso muss die Stadtpolitik auf die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft angemessen reagieren. Hier besteht dringender Nachholbedarf.
Sie wollen die Stadtpolitik sozialer gestalten. Woran mangelt es?
Exemplarisch möchte ich die ehrenamtliche Arbeit in den zahlreichen Vereinen in Forst benennen. Dies ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammen hält. Für ihre wichtige Arbeit möchte ich ihnen einen direkten Ansprechpartner in der Stadtverwaltung zur Seite stellen der ihnen hilft, Hürden abzubauen. Auch beabsichtige ich, einen Ehrenamtspass einzuführen, mit dem die Inhaber Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen erhalten sollen.
Sie gehen im Wahlkampf von Tür zu Tür. Was störte die Bürger am meisten?
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Menschen das Gefühl haben, dass es in ihrer Heimatstadt insgesamt nicht gut läuft. Diese Einschätzung teile ich.
Was haben Sie geantwortet?
Nur wenn der Glaube an ein gemeinsames und verbindliches Projekt vorhanden ist, lassen sich Menschen auch in Prozesse einbinden und bekommen Lust darauf, mitzugestalten.
Cottbus ist Oberzentrum und Spremberg Wachstumskern.
In Forst leben – woanders arbeiten. Sieht so die Zukunft aus?
Niemand verlässt seine Heimat gern. Die Herausforderung besteht darin, nicht nur für junge Leute eine berufliche Perspektive mit einem auskömmlichen Einkommen in Forst anbieten zu können. Bedauerlicher Weise gibt es jedoch keine zufriedenstellende Strategie der aktuellen Stadtspitze, um junge Menschen halten zu können. Investiert werden muss vor allem in die verkehrliche und soziale Infrastruktur. Die Straßen sind stellenweise in einem bemitleidenswerten Zustand. Auch zahlreiche Kitas und Sozialeinrichtungen bedürfen dringend einer umfänglichen Sanierung. Das tägliche Bemühen, Forst als Wachstumskern zu etablieren, ist eine Sache. Doch nur starke Unternehmen sichern Arbeitsplätze und damit die Zukunft einer Kommune sowie nachfolgender Generationen. Aus diesem Grunde plädiere ich für strategische Partnerschaften mit anderen Städten und Gemeinden. Nur wenn wir die Region als einheitlichen Wirtschaftsraum begreifen, wird es uns gelingen, gemeinsame Stärken zu mobilisieren und Vermarktungschancen auszuschöpfen. Der Wirtschaftsstandort Forst muss stärker als bisher, vor allem überregional, als eine „gute Adresse“ für Unternehmensansiedlungen wahrgenommen werden. Neben der Bestandspflege der heimischen Unternehmen, möchte ich deshalb die Akquise weiterer Investitionen in den Mittelpunkt stellen.
Um welches Problem würden Sie sich zuerst kümmern?
Die Schulentwicklungsplanung zu überarbeiten, sehe ich als eine vordringliche Aufgabe. Dies ist übrigens auch ein Auftrag.
Vielen Dank.
Es fragte Mathias Klinkmüller







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