40 Jahre Kammerchor der Singakademie

Christian Möbius dirigierte „Bach trifft Bach“ in der Cottbuser Klosterkirche.

Cottbus (h.) Sie singen in semiprofessioneller Perfektion Werke von der Renaissance bis zur Gegenwart und sind längst in schöner Regelmäßigkeit an Karfreitagen in der Kreuzkirche, zu Weihnachtskonzerten in verschiedenen Kirchen auch außerhalb von Cottbus und in der Reihe „Alte Musik“ in der Kirche Sielow zu hören – die etwa 40 Damen und Herren des Kammerchores der Singakademie Cottbus. Im Herbst 1986 gründete sich die Gemeinschaft, seit 1991/92 prägt Christian Möbius, Chordirektor am Staatstheater und Gründer des Bach Consort Cottbus für Barockmusik auf historischen Instrumenten, diesen Kammerchor, der inzwischen national einen guten Ruf hat.

Zum 40. Jubiläum des Chores hatte das Staatstheater Cottbus in die wunderschöne Klosterkirche mit ihrer weihevollen Akustik eingeladen. Zu Marias Lobgesang aus dem Lukasevangelium war sie bis auf den letzten Platz gefüllt. Gemeinsam mit dem Bach Consort Cottbus interpretierte der Jubiläums-Kammerchor das Bachsche „Magnificat“ in D-Dur von Bach Vater und Sohn; zunächst Johann Sebastian Bach (der Leipziger), BWV 243 von 1733, später Carl Philipp Emanuel Bach (der Berliner). Wq 215 / H 772 von 1749. Solistisch glänzten Johanna Kaldewei und Miko Abe im Sopran, Luzia Tietze (Alt) und Dirk Kleinke (Tenor). Für den Bass musste Heiko Walter im Bariton aushelfen. In bekannter Leidenschaft dirigierte Christian Möbius dieses Ensemble vor dem ehrwürdigen Altar, und die beglückten Zuhörer lauschten fasziniert einer präzisen Intonation, die in jeglichen, durchaus schwierigen Übergängen harmonisch gemeistert ward. In seiner jahrzehntelangen Arbeit hat dieser Chor die feinsten Nuancen verinnerlicht, lässt die Hörer im tragfähigen Pianissima den Atem anhalten, um gleich darauf zum kraftvollem Fortissimo der Jubelstimmung ihren Lauf zu lassen.

Zwischen den Bachs wechselte der Chor den Platz zur Kirchenmitte unter die Kanzel, um sich hier einigen Werken neuer Chorliteratur zu widmen: dem Briten John Rutter (* 1945), Eward Elgar, ebenfalls Brite (1857-1934), und dem Waliser Instrumentalisten Karl Jenkins (*1944). Der Chor selbst hatte sich diese Einfügungen gewünscht, und zu Klavierbegleitung oder a-capella war für das Publikum augenscheinlich die feine Kommunikation zwischen Dirigent und Chor zu erleben, die figurenreichen Handbewegungen des Dirigenten und seine temperamentvolle Mimik, die stimmungsvolle Balance zu zaubern vermögen.
Es gab lang anhaltenden Beifall für dieses knapp 100 Minuten lange Konzert und viel persönliche Glückwünsche. J. Heinrich

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