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Ausflugsziele - Märkischer Bote
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Die Welt der Großen im kleinen

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Die Welt der Großen im kleinen

19. März 2021 | Von | Kategorie: Land und Leute |

Spielzeug aus der DDR – die vielleicht beste Sammlung jetzt im Stadtmuseum. Zu Ausflügen laden Museen in Dissen oder Raddusch und viele Gastronomen ein.

Die Welt der Großen im kleinen

Gut sortiert und von Sonneberg-Puppen gut besucht: Der Kaufmannsladen mit echtem Spielgeld war um die Weihnachts- oder Ostertage der Mittelpunkt in vielen Kinderzimmern Fotos: J. Heinrich

Region (hnr.) Es scheint lückenlos alles da zu sein, was einst für Spielfreude in Kinderzimmern sorgte, und die Besucher im Cottbuser Stadtmuseum stehen begeistert an dicht gefüllten Vitrinen. Der Sammler Eric Palitzsch (Jg.’73) hat nach eigenen Angaben um die 5 000 Spielobjekte aus DDR-Produktion zusammengetragen und zeigt hier jetzt einen Teil davon gut sortiert. Gleich am Eingang fesseln die „eisernen Riesen“ – Spielzeugeisenbahnen als Vorgänger später perfekter Piko- oder heute Märklin-Modelle aus den 50er Jahren, noch zum Aufziehen oder schon elektromechanisch. Dann geht es zu den Autos aus Blech, Holz oder Plastik, den Flugzeugen, Raketen oder weiter hinten Indianern auf ihren wilden Hartgummi-Rössern oder gar NVA-Soldaten auf Mannschaftswagen. Dazwischen bieten reich gefüllte Kaufmannsläden ihre Waren feil – heutigen Supermarkt-gewohnten Kindern ziemlich fremd erscheinend. Eltern und Großeltern aber sind begeistert, finden ihre Puppenstuben wieder – bis hin zur Wurst im Hundenapf detailgenau ausgestattet. Mit „Pebe“ gab es schon das heute beliebte Lego-System, mit Bob-Stecksteinbaukästen haben nicht nur Kinder gespielt, sondern auch Lehrlinge Mauerverbände geübt.
In Kinderzimmern spiegelte sich die Welt der Erwachsenen und hier wurden Niederlagen oft besser bewältigt, als im wirklichen Leben, wie etwa der Langzeitflug der in Dresden doch nur kurze Zeit gebauten Passagiermaschinen zeigt. In den 1950er Jahren konnten stadtferne Kunden das Spielzeug auch per Katalog bestellen, wie begleitende Beispiele dokumentieren. Die meisten Qualitäts- Druckerzeugnisse aber waren Kataloge für die Messe, denn die Spielwarenindustrie, damals teils auch noch privat, drängte natürlich auch auf den westlichen Markt.
Die Sammlung ist einen Besuch wert, auch wenn die Ständige Ausstellung noch geschlossen bleibt. Vor dem Besuch ist eine telefonische Anmeldung erforderlich: 0355 6122460.
Wer für Ostern plant, kann sich Spielraum schaffen, weil viele Gastronomen feines Essen schon fertig haben – einfach rechtzeitig anrufen und dann abholen. Vielfach wird für Ausflügler auch Streetfood angeboten, quasi „essen auf die Faust“. Falls kein neuer Corona-Dämpfer dazwischenkommt, eröffnet das Chancen auf weitere Museums-Erlebnisse, etwa in Raddusch, wo die Slawenburg mit Überraschungen aus eigenem Bierkeller aufwartet. Zur Burg gehört ein weites Freigelände, einladend für familiäres Spiel. Anmeldungen sind hier nicht erforderlich und es gibt sogar ein Imbissangebot. Interessenten für die wissenschaftliche Ausstellung müssen strenge Hygienevorschriften beachten.
„Feuer, Wasser und verzierte Eier“ heißt die Ausstellung zu Osterbräuchen der Niederlausitz im Heimatmuseum im Storchendorf Dissen. Viele bunte sorbische Ostereier in allen vier Techniken sind hier zu sehen. Die bunten Eier (im wendischen Raum allerdings stets einfarbig) wurden in der Lausitz ursprünglich als Symbol der Fruchtbarkeit verschenkt.
Wer wissen möchte, wie die kleinen sorbischen Kunstwerke entstehen und welche Bedeutung die Muster haben, darf den Könnern beim Verzieren über die Schulter schauen. Über 650 einzelne Wachspunkte findet man auf reich verzierten Eiern! Informationen gibt es hier auch zum Ostersingen, über gewaltige Osterfeuer, zum geheimnisumwobenen Osterwasserholen, über das bis heute übliche Patengeschenk und zu vielem mehr. An den Sonnabenden und Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 10 bis 15 Uhr, kann das Museum besucht werden.
Anmeldungen sind hier unter 035606 / 256 erforderlich.

Die Welt der Großen im kleinen

Kunstvoll verzierte Eier im Museum Dissen Foto: Bernd Choritz

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