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Unterwegs: Der vierte Stern im sommerlichen Glanze

21. Juni 2019 | Von | Kategorie: Feuilleton |

Unterwegs: Der vierte Stern im sommerlichen Glanze

Szene aus dem Ballett „Casanova“ in der Choreografie von Mauro de Candia. Ausschnitte daraus zeigte das Ballett des Staatstheaters am Beginn und am Schluss einer stürmisch gefeierten Gala Anfang diesen Monats. Ab diesen Freitag stellt sich das verstärkte Ensemble der großen Herausforderung eines Open-Air-Formats im schönen Hofraum der Alvensleben-Kaserne Foto: Marlies Kross

Nachtrag zur Ballett-Gala am Staaststheater.

Cottbus. Tänzer sind selten Entertainer. Auch Dirk Neuman nicht, seit Anfang Dezember 2018 offiziell Ballettdirektor des Staatstheaters. Wenn ihm dennoch nach jeder seiner sparsamen Programmansagen im Laufe der Ballett-Gala am Pfingstsonntag frenetischer Beifall den Weg hinter den Vorhang verkürzte, so war das ein geradezu hymnischer Dank des fachkundigen Publikums für das, was der bescheidene Sachse seit 14 Jahren an diesem Hause geleistet hat. 2005 kam Dirk Neumann von Leipzig (Oper und Musikalische Komödie) als Tänzer nach Cottbus, wurde schon 2006 (noch tanzender) Ballettmeister und hat seither im Schoße des Musiktheaters ein leistungsfähiges kleines Ensemble entwickelt, das durch vielfach nationale Wettbewerbsnominierungen und Förderpreise so stark wurde, dass ihm die Eigenständigkeit nicht mehr vorzuenthalten war. Mit Intendant Christoph Schroth an der Spitze hatten Anfang der 90er Jahre die Kollegen aller Sparten in der Sprem gegen die Auflösung des Cottbuser Balletts demonstriert. Seit 1. Dezember gibt es den vierten Stern (Schauspiel, Orchester, Musiktheater, Ballett) wieder, und sogleich wagt sich die Sparte an ein Projekt, das in der vergangenen Saison durch Fehlvergaben Federn ließ: das Open Air Programm in der Alvensleben-Kaserne. Shakespeares „sommernachtstraum“ wird dort tänzerisch verzaubern. Die Choreografie teilen sich Jason Sabrou und Dirk Neumann. Zwölf Tänzerinnen und Tänzer und eine große Schar brillanter Bühnentechniker stehen ihnen zur Verfügung. Die Musikelemente zu dieser Uraufführung wurden von Felix Mendelssohn Bartholdy, Simon Boswell, Max Richter, John Williams, Mason Bates, John Adams und Giuseppe Verdi ausgewählt. Das Libretto schrieb Michael Böhnisch. Bis zum 3. Juli gibt es noch Vorstellungen.
Die Erwartungen konnten mit der Gala am Pfingstwochenende nicht deutlicher gesteigert werden. Präsentationen dieser Art sind zum jeweiligen Ende der Spielzeiten mit Dirk Neumann zur guten Tradition geworden. Am Anfang stand ein Ausschnitt aus der deutschen Erstaufführung von „Casanova“, ausgesprochen spritzig und frech vorgetragen vom Ballett des Staats- theaters. Emily Downs schlafwandlerische „Dreams“, Musik Richard Wagners, Choreografie Niko König, schloss an. Ihr folgte zu Filmmusik Ana Dordevic mit „Double“, Choreografie Christiana Cassadio.
Heftige Bravos ernteten Inmaculada Marín López (auch Choreografie) und Raffaele Scicchitano für „Sempiterno“ nach Musik von Ólafur Arnalds und Max Richter. Andrea Simeone bot „Hikari“ aus einem Ballett von Yuka Kawazu Nazabal zu Musik von Derek Jacobi und Jean-Ives Thibaudet. Schöne gehobene und paarweise schwebende Figuren zeigen als Gäste von der Musikalischen Komödie Leipzig Patricia Klages, Tom Bergmann und Nicola Miritello in „Facsimile“ von Leonid Bernstein/Mirko Mahr.
Höhepunkt etwa zur Mitte war eine 30 Jahre alte großartige Choreografie von Uwe Scholz die „Rachmaninow-Suite“, in der sich Venira Welijan traumhaft mit Stefan Kulhawec und Alexander Teutscher traf. Das Trio war beseelt von dieser musikalisch-bewegten Erzählkunst, die hohe tänzerische Herausforderungen stellt. Geradezu spielerisch waren sie zu dieser Suite aufgefädelt.
Später wurde ein exotischer Flamenco („Canción del Fuego Fatuo“) nach Paco de Lucia mit Marita Martinez-Rey Jimenez (eigene Choreografie) zu einem Augenschmaus mit Kleiderwirbel. Die Gäste der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz zeigten ganz gewagt „Faust allein“ in der Choreografie von Lars Schreiber. Martin Zanotti aus Halle bewegte sich mit „Slow Motion“ (Musik Partrick Wolf) geschmeidig und leicht lasziv in schöner Choreografie von Alessandro Giovine.
Mit Szenen aus „Juliet Letters“ (Choreografie Adriana Mortelliti) und nochmals „Casanova“ begeisterte das eigene Ballett im zweiten Teil. Der Beifall wollte dann kaum enden. J.Heinrich

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