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Vom Gibraltar-Fels durch Spanien und Frankreich (Reisebericht Finale)

Feuilleton | Von | 14. Juni 2024

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Eine der schönsten Moscheen weltweit und zudem die drittgrößte steht auf 860 Marmorsäulen in Cordoba. Mitten hinein bauten die Christen ihre Kathedrale (r.). 246 Jahre haben sie dafür ab 1523 gebraucht.

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Fast am Ende unserer nächtlichen einsamen Wanderung am Tajo-Fluss, der sich mäandernd tief in die Felsen einschneidet, taucht die mittelalterliche Brücke auf.

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Vor dem Gibraltar-Felsen parken wir auf spanischem Gebiet….

Die Überfahrt vom supermodernen marokkanischen Fährhafen Tanger Med nach Algeciras incl. Formalien verläuft reibungslos. Europa empfängt uns sonnig, und von ferne lockt der Affenfelsen zu einem Abstecher: Gibraltar!

Im Fels sind Tropfsteinhöhlen vielfarbig touristisch inszeniert, oben haben ihn die Briten durchlöchert wie einen Käse. Unter General Eliott begann 1782 der Tunnelbau, hundert Jahre später wurde er in Queen Victorias Zeiten zur Festung. Legende blieb bis heute der „Great Siege“, als Verteidiger sich hier drei Jahre, sieben Monate und zwölf Tage hielten. Uns fallen zum Vergleich die Viet Cong unter der Erde am 17. Breitengrad ein. Auch sonst ist hier alles britisch eng: die überfüllte Main Street und der Flugplatz, über dessen Landebahn jeder geht oder fährt, der die Affen da oben erleben will.

Nun rollen wir stundenlang oberhalb der Costa del Sol (Sonnenküste) parallel zu Hotelbauten, deren Komfort wir nicht vermissen. Ihnen abgewandt, ist das Land kaum besiedelt. Wir steuern Cordoba an, finden uns durch enge, von Souvenirläden und Lokalen gesäumte Gassen zur atemberaubenden Moschee. Die entstand 784. Die meisten ihrer 860 Säulen stehen noch und lassen das einstige Raumgefühl ahnen, aber inmitten dieser architektonischen Vollkommenheit protzt eine an Reichtum überbordende christliche Kathedrale. Der kindische Kampf der Kirchen wurde hier zum Monument, aber die Welt, wir wissen es, hat nichts gelernt. Wir speisen köstlich in einem Restaurant-Garten und finden gut ins Kastilien-La Mancha, Spaniens Mitte. Toledo lockt uns. Wir haben die mächtige Kathedrale Santa Maria und die El Greko (D

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Oben geht der Blick über die Bucht zur Meerenge, die Europa und Afrika trennt (M.), links ist auf marokkanischem Gebiet die spanische Bergstadt Ceuta zu sehen.

er Grieche)-Museen von einer früheren Reise in Erinnerung. Es ist reizvoll, wiederzukommen. Wir lassen die gewaltigen Mauern auf uns wirken, essen auf der Straße Gebratenes und genießen den Roten, dann wandern wir zu unserem Camper außerhalb, immer am Tajo entlang. Der Fluss und nächtliche Käuze geben die Geräusche zum Weg, zunächst im beleuchteten Park, dann in der Schlucht auf schmalem Pfad bis zur mittelalterlichen Brücke. Kam die bei Feuchtwangers „Jüdin von Toledo“ vor?

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Die Kathedrale von Tours, im 13. Jahrhundert dem ersten Bischof gewidmet.

Wir passieren die Pyrenäen mit schönen Ausblicken, dann, nicht wirklich spürbar, die Grenze zu Frankreich. Weniger Weinflächen als erwartet umgeben Bordeaux. Die Stadt ist überfüllt (wie Cottbus nächste Woche) vom Stadtfest. Kathedralen, Parks, das Grand Theater schauen wir uns an, dann auch die Kathedrale in Tours, wo einst so viele Konzile katholische Ordnung schaffen wollten, was noch bis heute zu tun bleibt. Nicht weit von hier liegt an der Charente 100 Meter steil überm Fluss das Städtchen Angouleme. Am Linienbus steht „Cognac“, das ist die Nachbarstadt. Diese hier ist für Festivals berühmt, das wichtigste vereint im Januar die Comic-Fans aller Welt. Aber es gibt auch ganz Dauerhaftes: eine traumhaft schöne romanische Kirche (12. Jh.) mit bildreicher Fassade. Unsere steile Auffahrt hat sich gelohnt.

 

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Nancy, Hauptstadt von Lothringen, hat den schönsten Platz Europas. In der Mitte steht ein polnischer König.

Nun umfahren wir Paris bei Fontenay und lassen uns, dann schon in Lothringen, von Nancy überraschen. Die Stadt mit der Distel im Wappen („Niemand bedrängt uns ungestraft“) hat in ihrer „Neustadt“ den schönsten Platz Europas. Ludwig XV. gab im frühen 18. Jahrhundert das Herzogtum Lothringen an den abgesetzten polnischen König Stanislaus I. ab, das war sein Schwiegersohn. Der ließ diese Residenzgebäude, geschmückt von schönen Brunnen, bauen. Er selbst steht nun wie ein Held mitten auf dem Platz auf hohem Sockel. An den Tischen rundum wird flott bedient, und wir gönnen uns eine Erfrischung, ehe wir ins Saarland, später mit Pause in Thüringen (auch wegen der Bratwürste aus Magdala und der schönen Campinganlage bei Drei Gleichen in Mühlberg), heim in die Lausitz fahren. Wir haben nun 12 782 Kilometer vollkommen staufrei zurückgelegt und 1 550,6 Liter Diesel verfahren – in Marokko zu 1,25 Euro/l.

 



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