Kindermusical begeistert wieder mit Katzen und nicht ganz echten Wölfen.

Cottbus (h.) Da sind sie wieder, die „Cats“-ähnlichen Katzen, singend und tanzend und die falschen Wölfe abwehrend. „Vorsicht! Nicht anfassen oder füttern“ sagt eine Stimme in den abgedunkelten, voll besetzten Konservatoriums-Saal. Und dann beginnt sie auch schon, die Tierschau als Neuauflage von „Katzen tanzen nicht mit Wölfen“. Im Jahr 2014 hat das Cottbuser Kindermusical im 45. Jahr seines Bestehens mit diesem Stück reihenweise Preise abgeräumt beim Europäischen Jugend Musical Festival im südfränkischen Herxheim: beste Sängerin, bester Sänger, bester Schauspieler und obendrein Gold für die beste Ensembleleistung!
Welch eine Herausforderung, für die nachgewachsene Talentegeneration der jetzt 14- bis 18-jährigen Stars der Musicalbühne! Buch- und Liedautor Torsten Karow, Regisseurin Anika Kuschka, einst in „Lilli, die kleine Knautschmaus“ unter Karows künstlerischer Obhut selbst im Musical-Rampenlicht, Choreografin Verena Otto, Ensemblemanager Ronny Schröter und ein großer Stab für Ton, Technik, Licht, herrliche Kostüme (noch aus der Uraufführung!), Maske, Bühne, Requisite und mehr haben die Kinder und Jugendlichen der Musicalvorstufen und der Musicalklasse bestens präpariert.
Der seit 1990 aktive Verein zur Förderung des Cottbuser Kindermusicals als finanzielles Rückgrat und Träger der Aufführungsrechte darf einmal mehr stolz auf dieses daheim beliebte und international bewunderte Ensemble sein.
Die Show führt in die Welt der Fabel, will aber nicht Äsops List folgen, mit der sich Fuchs (Jette Hofmeister) und Storch (Angelina Recktenwald) austricksen, sondern Fairness proklamieren bei Happen vom Teller und gemeinsamem Schluck aus der Flasche. Doch dann fliegen die Fetzen, denn der Wolf (Finian Keuchler) zieht gegen den von den Schloss- und Waldkatzen als König verehrten Kater Siegfried blank. Schönes Gefecht, aber – der Kater stirbt. Die kleinen Mädchen im Publikum kriechen auf den Schoß ihrer Mütter. Doch die Leitkatzen Anita (Hannah Sachs) und Fabiènne (Lena Poniwas), die kleine Siri (Lina Riemer) als verkleideter Kater, Mutchacher-Elfe Ella (Laurien Bramer, solotanzend und schnell Publikumsliebling) und schließlich der beim launigen Dienstherrn abgedankte Gestiefelte Kater Sigismund (Henning Veit) tanzen und singen die Welt wieder in die Waage. Im zweiten Teil wird’s mit Charleston, Walzer und Westerngetön richtig heiter und nun jubeln Jung und Alt im Saal, zumal sich der „Wolf“ auch als kein echter Isegrim erweist, sondern als ein vernachlässigter Schoßhund, der , ebenso wie seine räudige Gefolgschaft, vor einer Quietschpuppe apportiert.
Lang anhaltender Beifall dankt den jungen Künstlern, die nun 2027 selbst Gastgeber des internationalen Festivals der Musical Talente sein wollen. Cottbus wird zur Bühne Europas – eine Riesenherausforderung auch für OB Tobias Schick, der diese schöne Premiere im Konservatorium erlebte.
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