
Handwerker fühlen sich zunehmend unsicher / Umfrage bestätigt Problemlage
Region (ha). Etwa jeder zweite Handwerksbetrieb ist im letzten Jahr Opfer von Dieben geworden – klare Zahlen legte diese Woche die Handwerkskammer Cottbus vor. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Dresden wurden 6 480 Betriebe speziell zum Sicherheitsgefühl, zu erlittenen Kriminaldelikten aber auch dazu befragt, wie sich die Unternehmer selbst schützen.
„Auf unserem Firmengelände wurden wir noch nicht von Dieben besucht“, und Peter Sorge klopft dreimal auf Holz. Der Zimmerermeister betreibt zusammen mit Thomas Krautz seit 1999 die SK Dachbau GmbH in Spremberg. Fünfmal haben Diebe in letzter Zeit zugeschlagen. „Auf Baustellen gibt es viele Gelegenheiten und kaum Schutzmöglichkeiten. Nur 20 Minuten waren unsere Leute unbeaufsichtigt vom verschlossenen Fahrzeug weg. Als sie wiederkamen, war alles geklaut.“ Nur das Auto stand leer da. „Zweimal wurden uns schon die Transporter gestohlen, beim zweiten hatten wir GPS an Bord: In 33 Minuten von Krieschow bis Gubin – das schaffe ich nicht mit dem Pkw. Dann riss die Verbindung ab, wahrscheinlich ein Störsender oder Container“, mutmaßt der Meister. Nach so vielen Schadensfällen findet er keine Versicherung mehr, die bezahlbar bleibt. Folgeschäden lassen sich schwer beziffern. „Rund 85 000 Euro gingen vom schmalen Gewinn ab. Ich würde lieber eine Lohnerhöhung zahlen.“
Den Hof bewacht ein großer Hund, Kameras folgen in Kürze. „Das GPS hilft zwar nicht bei solchen Profis, aber leistet auch für unsere Logistik und für die Transparenz gegenüber unseren Kunden gute Dienste“, beschreibt er einen Nebeneffekt der teuren Investitionen. Nur die Mitarbeiter müssen sich noch an die Transparenz gewöhnen.

Nicht nur nach Polen
Für Hans-Joachim Waury sind die Erfahrungen der SK Dachbau nicht neu. Aber er stellt auch klar: „Es sind nicht nur polnische Diebe unterwegs. Zwei Drittel der Kriminellen sind Deutsche. Großen Baumaschinen sind gehen auch in westeuropäische Länder. Es ist ein Mix aus Klein- und Profi-Kriminalität.“
Sorge bereitet ihm die abnehmende Polizeipräsenz. Das Sicherheitsgefühl hat besonders in Cottbus und im Spree-Neiße-Kreis weiter abgenommen. Die Kammer fordert nun eine engere Partnerschaft zwischen Politik, Polizei und Handwerk, schnelle Verurteilungen von Dieben, Finanzhilfe für einmalige Sicherheitsanschaffungen und mehr serienmäßige Sicherungen in Fahrzeugen.





