Strom-Bürde für die Lausitz

Bundesregierung belastet bei Stromnetzentgelten Brandenburger Firmen stark

Region (mk). Mit zweierlei Maß werden in Deutschland die Stromnetzentgelte auf  Unternehmer verteilt. Je nach Firmensitz fällt diese Rechnung unterschiedlich aus. Daraus ergeben sich Wettbewerbsnachteile. Am Mittwoch wollte das Bundeskabinett deutschlandweit einheitliche Netzentgelte festlegen. Allerdings ist dieser Punkt von der Tagesordnung gestrichen und auf unbestimmte Zeit verschoben worden.  „Mit unterschiedlichen Netzentgelten würde die Ungleichbehandlung Brandenburger Unternehmen bei der Stromversorgung festgeschrieben. Weil in Brandenburg die erneuerbaren Energien überdurchschnittlich gut ausgebaut sind, fallen hier auch überdurchschnittlich hohe Kosten für den Netzausbau an“, erklärt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. „Die Folge: Obwohl in der Lausitz kostengünstiger Braunkohlenstrom hergestellt wird, ist der Strom für hiesige Unternehmen teurer als im Westen Deutschlands. So wird unsere Region durch die deutsche Energiewende gleich doppelt belastet.“  Die Wettbewerbsfähigkeit Brandenburger Unternehmen sieht auch Bundestagabgeordneter Dr. Klaus-Peter Schulze eingeschränkt. „Die derzeitige Umlagepraxis führt vor allem bei Brandenburger Unternehmen zu massiven Wettbewerbsnachteilen. Schließlich sind hier bundesweit die höchsten Netznutzungsentgelte zu entrichten. Einheitliche Netzentgelte würden in ihrem solidarischen Charakter die Chancengleichheit für Unternehmen aus Brandenburg immens verbessern“, betont der Bundestagsabgeordnete. Er fordert, dass bei den Themen Braunkohleverstromung und Netzentgelte der Aspekt der Chancengleichheit berücksichtigt wird.
Dr. Wolfgang Krüger beklagt neben der Umlagepraxis weitere finanzielle Nachteile für Lausitzer Firmen. Es würden nicht nur mit die höchsten Netznutzungsentgelte gezahlt, Brandenburger Unternehmen trügen ebenso die Kosten für die Offshore-Netz-anbindungen sowie die Mehrkosten für Erdverkabelung in anderen Bundesländern mit.