Sprengung mit Tannenbäumen / Häuser in der Gerberstraße wurden in den 70er Jahren abgerissen
Oliver Mettke mailt: „Auf dem Bildrätsel ist die Gerberstraße mit ihren alten Häusern zu sehen. Diese wurden Mitte der 70er Jahre mittels Sprengung abgerissen, um Platz für den Block Mühlenstraße 8-16 zu haben. Wie gesagt, der Abriss war für mich als Neunjähriger sehr spektakulär, da diese gesprengt wurden. Die Sprengung lief immer im selben Schema ab: Sprenglöcher bohren, Ladung rein, von außen mittels Sand und Tannenbäumen für den Splitterschutz sorgen und dann ging es auch schon los. Die typischen Signale, ein Knall und das Sig-nal zur Entwarnung. Dann kam der russische LKW der Marke MAZ zum Einsatz, mit dem der Abrissschutt in die Richard- Wagner-Straße auf die Halde gefahren wurde. Überreste sieht man noch, wenn man den Neiße-Radweg hinter dem Textilschulinternat an der Halde vorbei fährt“.
Horst Baltin weiß: „Die Gerberstraße verlief damals parallel zur Mühlenstraße und reichte bis kurz vor den Mühlgraben, dann nach rechts auf die Mühlenstraße. Rechts auf dem Bild war damals ein Farbenladen zu finden. Inhaber war Julius Kindt. Der Laden ging durchgängig bis zur Mühlenstraße und war auch von dort erreichbar. Dort wohnte auch Herr Kindt. Ende der 70er Jahre wurden diese Häuser abgerissen und es entstand ein langer Wohnblock mit einem Durchgang zur Mühlenstraße. Und zwei Würfelhäuser wurden kurz vor dem Mühlgraben gebaut. Im Hintergrund ist die Mühle zu sehen. Links davon in Umrissen die Kaufhalle, die heute nicht mehr genutzt wird. Dahinter ist ein Wohnblock in der Rüdigerstraße zu erkennen“.
Herbert Gottschalk schreibt: „Das Bild zeigt die Rückseite der damaligen Gerberstraße. Sie lief parallel zur Mühlenstraße. Die Grundstücke mit den Häusern auf dem Bild gingen durch bis zur Mühlenstraße, wo alle Geschäftshäuser waren. Das erste Haus auf dem Bild war die Farbenhandlung Kindt, später HO Farbengeschäft. Das zweite hohe Haus gehörte zur Löwen-Apotheke, das dritte hohe Haus gehörte der Familie Rothkegel, sie hatten ein Putz- und Hutgeschäft in der Mühlenstraße. Im Hintergrund erkennbar die Stadtmühle. Diese Häuser der Gerberstraße wurden in den 70er Jahren abgerissen und mussten Neubauten weichen, die heute wegen Leerstand wieder abgerissen wurden.“
Wolfgang Schenk schreibt: „Kaum ist man einmal für kurze Zeit nicht zu Hause, verpasst man auch gleich ein schönes Ratebild, wie das vom alten Stadtpark der 20er und 30er Jahre. Aber auch das Ratebild vom 14. April weckt wieder Erinnerungen.
Hier ist die Gerberstraße in der Abriss- und Aufbauphase zu sehen. Auf der bereits abgerissenen linken Seite erinnere ich mich noch an ein Tuchlager, an Sack-John und an Pengs Wohnhaus nahe dem Lindenplatz, in welchem auch eine Familie wohnte die mir sehr nahe stand. Die Mutter steuert in diesem Jahr die 100 an, Sohn Kuno war mein Freund, seine Schwester meine große Jugendliebe. Auch links um die Ecke (nicht mehr im Bild) am Lindenplatz befand sich vor dem Krieg der Elektroladen Buthke, Seilerei Weber und nicht zu vergessen der Laden von Richard Klobsch, Uhren-Goldwaren-Brillen. Seniorchef R. Klobsch war auch über 30 Jahre der 1. Vorstand der Aquarien-Terrarienfreunde Forst, einem Verein, der am Jamnoer Berg, an der Malxe seit 1927 eine Freilandanlage geschaffen hatte,die ihresgleichen in Brandenburg nicht besaß. Vereinslokal war das Café Harmuth in der Berliner Straße. Am Lindenplatz steht heute nur noch eines der altehrwürdigen Häuser, das Gutenberghaus. Auch Teuberts Konditorei und Café, Gerberstraße 7, ist in guter Erinnerung. Danke für diese Ansicht von der alten Gerberstraße, weckte sie doch viele schöne Erinnerungen an die Kindheit und Jugend der 50er Jahre an Annemarie, Kuno, Elvira, Edelgard und viele andere. Die im Hintergrund sichtbare Stadtmühle sowie die Kaufhalle Ecke Mühlenstraße/Otto-Nuschke-Straße (Rüdigerstraße) spielte auch eine Rolle in den 70er Jahren, bekamen wir doch in der Dr.-Otto-Nuschke-Straße 7a unsere erste Neubauwohnung.“
Viola Schiemenz schreibt: „Auf dem Suchbild können wir die Gerberstraße vor dem vollständigen Abriss erkennen.“










