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Forst: Alte Stadtmühle sorgte für Strom

Bilder aus dem alten Forst (Lausitz) | Von | 21. Februar 2014

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Das letzte Rätselbild zeigte die alte Forster Stadtmühle, die einst die Tuchfabriken mit Strom versorgte

Stadtherren waren Mühlenbesitzer / Laubengänge zeigten Deckenbilder
Unser Rätselfoto der vergangenen Woche war zugegeben nicht ganz einfach. Zu sehen war ein bekanntes, historisches Forster  Bauwerk, das heute nur noch teilweise zu erahnen ist.
Viola Schiemenz schreibt uns dazu: „Auf dem Bild vom 15.2. ist die ehemalige Forster Stadtmühle zu sehen. Als im Jahre 1380 oder 1385 Johann III v. Biberstein die Herrschaft Forst kaufte, ließ er am Mühlengraben vier Mühlen erbauen, um der Stadt wirtschaftlich aufzuhelfen. Besitzer der Mühlen waren bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts immer die Stadtherren. 1919 ging die Mühle in den Besitz der Stadt über. Im Jahre 1920 wurde ein kleines Eltwerk mit einer Wasserturbine eingebaut. 1924 erfolgte ein Neubau. Die neue Mühle wurde über dem Mühlgraben errichtet, während die alten Gebäude als Lagerräume und Industrieanlagen genutzt wurden. 16 Textilbetriebe zogen ein und erhielten ihren Strom von der Mühle. 1945 fast völlige Zerstörung, nach 1945 wurde der Mühlenbetrieb nicht wieder aufgenommen, nur Strom wurde erzeugt.“
Wolfgang Schenk schreibt: „Unsere gute alte Stadtmühle, schon zur Zeit der Bibersteiner (14. Jahrhundert) erbaut, zeigt das Foto vom 15.2. oberwasserseitig, also vom Staubereich gesehen. Bis 1920 wurde die Mahlanlage über drei Wasserräder betrieben. Erst ab 1921 erfolgte der Antrieb der Anlagen über eine Wasserturbine. Der dabei erzeugte elektrische Strom diente dem Antrieb der Mühlenanlage, versorgte auch über 10 Tuchfabriken damit. Auf der Unterwasserseite wurde 1924 eine Brücke gebaut. Für mich als Kind waren die zu dieser Zeit von Stadtbaurat Kühn entworfenen Laubengänge als Fußgängerbereich interessant. Aber das Schönste waren hierbei die vom Forster Maler Willi Jenrich gestalteten Motive über das Leben und die Arbeit der Lausitzbewohner. Bei Einkäufen in der Stadt mit meiner Mutter dauerte dieser kurze Streckenabschnitt die längste Zeit. Waren doch gerade für mich diese Deckenbilder so interessant, was meine Mutter manchmal zur Weißglut trieb. Leider wurde das markante Gebäude 1945 durch den Beschuss wie auch viele andere entlang des Mühlgraben stehende Häuser stark beschädigt und Mauerschutt fiel in den Mühlgraben. Noch in den Jahren 1947/48 haben meine Freunde und ich die Ruinenteile erkundet. Auch in den 60er und 70er-Jahren hatte ich wieder engen Kontakt zum erhaltenen Teil der Mühle, durch meine Tätigkeit bei der Wasserwirtschaft Spree-Oder-Neiße mit dem Büro auf der Reisigwehrinsel und dem Bauhof in der Jänickestraße
unter Sigmar Tilgner.
Eine historische Reproduktion im Rahmen geht in dieser Woche an Viola Schiemenz. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch!



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