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Carl Thiem – Vater der Unfall-Heilkunde

Bilder aus dem alten Cottbus | Von | 1. Juli 2022

Gemälde Carl Thiem

Prof. Carl Thiem (10.10.1850 – 7.7.1917) war Gründer der ersten Cottbuser Krankenhauses

Vor 105 Jahren starb ein Pionier der deutschen Unfall-Heilkunde – der Cottbuser Arzt und Geheime Sanitätsrat Prof. Dr. Carl Thiem. Das frühere Städtische und Thiemsche, dann Bezirkskrankenhaus und heutige größte Klinikum des Landes Brandenburg in Cottbus trägt seinen Namen, ebenso die Straße, an der die historische Front steht. Das Klinikum mit seinen 21 Teilkliniken nimmt heute ein ganzes Stadt-Quartier ein. Als akademisches Lehrkrankenhaus verfügt es über 1200 Betten und beschäftigt 2 500 Mitarbeiter.
Prof. Thiems zentrale ärztliche Mission prägte sich in den Turbulenzen des fortschreitenden Industriezeitalters. In den Fabriken dröhnten Dampfmaschinen und gewaltige Transmissionen. Es passierten ohne entwickelten Arbeitsschutz schwerste Unfälle. Opfer wurden versorgt, blieben aber meist Invaliden auf Krücken oder im Rollstuhl. Thiems Bestreben war es, Verunfallte wieder ganz gesund ins Leben zu führen. Dafür entwickelte er Operationstechniken, Therapien und mechanische Geräte für effektive Reha- Programme. Sein Handbuch der Unfallheilkunde erschien 1898 in erster Auflage. Thiems Methoden setzten sich in den Industrieländern durch, und 1905 wurde der Cottbuser Experte beim „Ersten Internationalen Unfallkongress“ in Lüttich zum Vorsitzenden des „Ständigen Ausschusses für Internationale Medizinische Unfallkongresse“ ernannt. Sieben Jahre später leitete er den dritten Kongress in Düsseldorf, wo ihm seine Fachkollegen den Titel „Vater der Unfallheilkunde“ verliehen.

Carl-Thiem-Klinikum

Das alte Carl-Thiem-Klinikum

Als Thiem geradezu visionär in seiner privaten Klinik arbeitete, waren die Verhältnisse im Lausitzer Gesundheitswesen noch katastrophal. Die desaströse Cottbuser Situation kam 1902 gar im Reichstag zur Sprache. So entschloss sich der Magistrat endlich 1907, die Thiemsche Klinik samt medico-mechanischem Institut zu erwerben und mit dem zu errichtenden Krankenhaus zu verbinden. Das geschah mit viel kleinlichem Gezänk, so dass Thiem sein Stadtverordneten-Mandat niederlegte. Aber das Werk gelang, der Professor brachte seine Erfahrungen ein, wurde Chef des am 1. April 1914 eröffneten, bis heute bestehenden Hauses.
Ihm blieben für diese schöne Aufgabe aber nur drei Jahre. Er starb, sehr an Übergewicht leidend, am 7. September1917. Im Nachruf der Stadt hieß es: „In der Fortführung der von ihm begründeten Heilanstalten durch das Neue Städtisches Krankenhaus sah er die Krönung seines Lebenswerks, an dessen Vervollkommnung er bis zu seinem letzten Atemzug … in vorbildlicher Weise gearbeitet hat.“
Die Ärzte Dr. Brausewetter und Dr. Groß würdigten Thiem zu dessen 100. Todestag im NIEDERLAUSTZ-Jahrbuch. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Cottbuser Südfriedhof. H.

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!



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