
Auf der Suche nach seiner Kaserne musste der Wehrmann westwärts gehen
Die schön kolorierte Ansichtskarte der letzten Rätselfrage hat viele Leser begeistert. Wir fragten, wohin der Wehrmann, der seine Grüße auf die Karte geschrieben hatte, gehen müsste. Die meisten wussten es und fügten viel Interessantes hinzu. Lesen Sie: Klaus Herold aus Cottbus mailt: „Es gibt zwei markante Punkte. Links hinter der Straßenbahn, steht ein Gebäude, das andere überragt. Es ist die frühere Vereinsbank Cottbus; in der DDR war da die Polizei. In den ‘Goldenen Zwanzigern’ war das die Adresse Kaiser-Friedrich-Str. 130; heute K.-Liebknecht-Straße. Danach folgte noch ein Gebäude, dann zweigte nach links die Jahrstraße ab, wo die Synagoge stand. – Vorn rechts im Bild das Eckhaus Hugo Koenig war ein Kolonialwarenhandel. Man muss also, gemäß Antwort „B“, auf dieser Straße zurück gehen, um die abzweigende Wernerstraße, die Schillerstraße und die Gleise zu überqueren; dann stand der Wehrmann an der Moltkestraße, wo sich das ehemalige Regiment befand. In den 1920-er Jahren war dort bereits die Polizei ansässig. – Der beträchtliche Gebäudekomplex steht heute an der Ecke zur Lausitzer Straße; in der DDR Jannaschkestraße.“
Auch Jens Pumpa, Cottbus wusste: „Die Bahn fährt auf der heutigen Karl-Liebknecht-Straße Richtung Bahnhofstraße. Der Wehrmann muss die Straße in Fahrtrichtung der Bahn gehen, um zum Infanterie-Regiment von Alvensleben (6. Brandenburgisches) Nr. 52 zu gelangen.“
„Rechts vorn in dem Geschäft an der Ecke war zu meiner Zeit ein Briefmarkenladen“, erinnert sich Annett Barthold. CB, G-Schlesinger-Straße. „Daneben ein Spielzeugladen, dann ein Lottoladen, ein Blumenladen und Frisör Richter. Der ist ja heute noch an dieser Stelle.
Auf dem Bild sieht man rechts oben einen spitzen Erker über dem ehemaligen Spielzeugladen. Dieser Erker gehörte
zu unserem Wohnzimmer. Ich wohnte in der K.-Liebknecht-Str. 17, Eingang Schwanstrasse. Dort verbrachte ich einige Jahre meiner Kindheit. Links im Bild, der oberste Balkon, dort wohnten meine Spielkameradinnen und wir konnten uns immer winken.
War eine schöne Zeit.“
Georg Müller, Cottbus, ergänzt:
„Der Wehrmann Paul Altreith aus dem Niederösterreichischen hat den Vorteil vor dem Motivbetrachter, wohl zu wissen,
wie er auf dem kürzesten Wege zu seiner Kasernenunterkunft kommen kann, nämlich in Richtung Westen bis zur 36 der kaiserlichen Straße. Auf der Adressenseite der Karte hat er’s genau beschrieben, für die Liebste aus der Ferne, den Weg zur Alvenslebenkaserne. Auf Geheiß von Kronprinz Friedrich Wilhelm zwangen sich die Cottbuser zum Kasernenbau; die
Lausitzmetropole wurde zur Garnisonsstadt. Das blieb so bis in die jetzigen 90er Jahre.









