
Das Damals-war’s-Foto hat unseren Stammleser Otto Blunck sogar zu einem Gedicht angeregt. „Die Mauer einst erbaut zum Schutz der Stadt / in ihrem Dasein ja so manchen Sturm erlebet hat. / Doch heut’ fernab von Autolärm und hektischem Getue romantisch anzusehn / ein oft besuchter Ort der Ruhe. Otto Blunck nannte sein Gedicht „Wenn Steine reden könnten“. Georg Müller mailte uns: „Das Damals war’s-Bild zeigt ein Stück Stadtmauer in der Stadtpromenade, und das so kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Hinter Mauer und Turm erstreckt sich die Mauerstraße, hier etwa in der Hälfte zwischen Berliner Straße und dem Spremberger Tor. In den Mauerlücken stadtseitig flankierten sie damals einfache Wohnhäuser und Mehrzweckbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert; diese mussten jüngeren Bauvorhaben, so im gezeigten Bildausschnitt der ehemaligen Gaststätte Am Stadttor, Mauerstraße 7, weichen. Die später allseits beliebte Lokalität wurde in den Jahren 1968/69 nach dem Entwurf des Architekten Gerhard Baer genau an der Stelle des im rechten Teil des Bildes sichtbaren zweigeschossigen Bauwerkes errichtet.“ Richard Adolph datierte das Foto auf das Jahr 1938. Er begründete seine Vermutung so: „In den 30er Jahren wurde die gesamte Stadtmauer rekonstruiert. Dazu gehörte auch das (Spremberger) Stadttor mit seinem Wehrturm. Aber auch das alte Polizeigebäude mit seinen Kerkerzellen in der Mauerstraße wurde in diesem Zusammenhang abgerissen und durch das neue, jetzige Polizeirevier ersetzt. Der Wehrturm und die Stadtmauer wurden in diese Bebauung integriert und der Turmdurchgang wurde deshalb auch von der Promenade aus vermauert.“
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