OB Werners Handschrift in der Stadt / Brandenburger Platz im französischen Gartenstil wurde 1904 angelegt
Wir zitieren wieder aus unserer gut gefüllten Leser-Postmappe.
Jürgen Klingmüller wusste natürlich die richtige Lösung „C“: „Die Aufnahme zeigt den neugestalteten Kaiser-Wilhelm-Platz (heute Brandenburger Platz), der aus dem ehemaligen Neustädter Platz in den Jahren 1903/1904 entstand. Auch dieses Vorhaben fügt sich, wie kann es anders sein, in die lange Reihe bedeutsamer Vorhaben des damaligen Oberbürgermeisters Paul Werner ein.
Ich glaube, kein anderer OB (von 1892-1914) hat die Entwicklung der Stadt Cottbus stärker geprägt. Obwohl er es auch nicht leicht hatte, die Stadtverordneten von seinen Ideen zu begeistern und die Stadtkasse auch nicht übermäßig prall gefüllt war, fallen in seine Amtszeit so bedeutende Projekte wie das Stadttheater, der Bau der Straßenbahn, die Kanalisation und, und, und…“
„Das schöne ‘Damals-war’s-Bild’ zeigt den heutigen Brandenburger Platz mit der neugestalteten Parkanlage im französischen Gartenstil. Vorn links ist das Neustädter Tor zu erkennen“, teilt uns unser Stammleser Diethart Schulz mit.
Margrit Georgi mailte: „Obwohl ich erst im Herbst 1973 nach Cottbus gezogen bin, erkenne ich die Lösung ‘C’. Dieser Platz ist für mich unverkennbar. Die Häuserreihe rechts stand noch und davor befand sich ein kleiner Busbahnhof. Einige Jahre später bin ich jeden Tag vom Bildungszentrum aus ganz schnell quer durch Cottbus gelaufen, um den Bus nach Kolkwitz zu erreichen. Auf dem Gelände, auf dem heute ein Möbelhaus steht, sollte auch mal die neue Stadt- und (Bezirks-)Regionalbibliothek gebaut werden; auch war die Rede davon, dort ein Thälmann-Denkmal zu platzieren.“
Von Georg Müller erfuhren wir: „Das Bild zeigt den Brandenburger Platz etwa um das Jahr 1914. Dieses Miniatur-Versailles war den Bemühungen des damaligen Oberbürgermeisters Paul Werner zu verdanken und nicht zuletzt der engagierten Arbeit des Verschönerungsvereins. Werners Interesse und Einflussnahme aus heutiger Sicht war beispiellos und unbegrenzt, wie hier am Beispiel der Anlagen im Zentrum der aufstrebenden Stadt zu sehen.
Fürwahr, Versailles war dem Adel vorbehalten, aber hier konnten sich die Bürger der gepflegt heranwachsenden Natur erfreuen. Hätt’s der alte Goethe sehen können, wär’s ihm auch hier wohl so über die Lippen gekommen: ‘… aus dem Druck von Giebeln und Dächern … sind sie alle ans Licht gebracht … sieh nur, sieh! … hier ist des Volkes wahrer Himmel … hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!’“
Heinz Knobloch ergänzte die Zuschriften: „Der Blick geht vom jetzigen Haushaltswaren-Geschäft über die gepflegten Anlagen in Richtung Gerichtsturm. Ja, da gab es noch Ruheplätze für die Menschen, jetzt haben die Autos mit viel Lärm und Abgasen leider den Vorrang.“





