
Der Steigerturm der Feuerwehr / Reste standen bis 2000. Das Kirchendach hilft im Zeitfenster.
„Ein schönes Bild aus alten Zeiten. Heute leider ein sehr nüchtern gestalteter Platz, wo man sich nur mal kurz auf einer Bank ausruhen möchte, weil das Flair zum Längerbleiben fehlt. Der viereckige Turm, ein wunderschöner Fachwerkbau, gehörte zum damaligen Feuerwehrdepot (Kaiser-Wilhelm-Platz Nr. 21) und diente zum Aufhängen der Feuerwehrschläuche“, schreibt uns Manfred Preuß aus Cottbus.
Historisch geht unser Leser Georg Müller an die Aufgabe: „Der verheerende Schlossturmbrand anno 1857 mahnte die Cottbuser Oberen zum Handeln. Wassereimerketten und Brandschneisen wie bisher – das konnte fort-an nicht mehr ausreichen. Man wandte sich daher an die kräftigen jungen Menschen im Revier, die Turner, fand sofort Hilfsbereitschaft und stattete sie mit der damals möglichen Technik aus. So wurde am 12. September 1868 – allerdings dauerte es geschlagene vier Jahre bis zur Mittelbereitstellung – der erste Cottbuser Steigerturm nahe des Neustädtischen Tores errichtet. Die Trupps formierten sich ‘frisch, fromm und frei’ zu einem Kommando für den Feuer-Ernstfall. Die mannigfaltigen Erfolge bei der künftigen Brandabwehr und -bekämpfung waren dann die Grundlage für die Entwicklung der Städtischen Cottbuser Feuerwehr. 150 Jahre sind’s hier inzwischen, die Freiwilligkeit ist längst dem Berufscharakter gewichen und die Schlagkraft unbestritten. Vielerorts bleiben aber auch die Freiwilligen Wehren unentbehrlich.“
„Die Freiwillige Feuerwehr gründete sich 1863, 1862 beschlossen im ‘Goldenen Ring’. Schon kurz nach ihrer Gründung brannte es in Ströbitz, wohin man zu Hilfe eilte. Seit 1878 gehörte die Freiwillige Feuerwehr nicht mehr zu den Turnern. – 1929 kam dann der Neubau in der Ewald-Haase-Straße hinzu. 70 Jahre später war die moderne Feuerwache an der Dresdener Straße einsatzbereit“, fasst Klaus Herold zusammen. Und weiter: „Am alten Depot hatte man später den Turm abgetragen, das Gebäude stand noch bis zum Bau des neuen Parkhauses. An den einstigen Standort erinnert noch ein steinernes Denkmal, welches für die im 1. Weltkrieg gefallenen Feuerwehrleute errichtet wurde.“
Michael Max schaute genau hin: „Die Oberkirche erhält auf dem Foto gerade einen neuen Dachstuhl. Wann war das wohl?“ Und Jürgen Klingmüller öffnet mit seiner Antwort das Zeitfenster: “Die Oberkirche wurde 1910/11 einer Grundsanierung unterzogen, somit kann man das Aufnahmejahr bestimmen.“
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