Bahnhofsvorplatz mit Poststelle / Mit dem PKW „Wolga“ als Taxi / Baracken waren Expressgutannahme
Unsere Leserbriefmappe war diesmal besonders gut gefüllt.
Helmut Zubiks schickte uns ein Fax: „Es handelt sich um den Bahnhofsvorplatz. Vor dem Stückgutpackschuppen rechts steht ein Angehöriger der Volkspolizei und man sieht die Straßenbahnhaltestelle. In der Bildmitte steht eine Taxi-Rufsäule und im Hintergrund ist der Haupteingang.
Links im Bild ist die Mitropa-Gaststätte, davor war das Bahnpostamt, auf dem Bild verdeckt von einem zur damaligen Zeit sehr seltenen LKW W50. Es könnte sich bei dem LKW um einen Gefangenentransporter handeln, denn neben der Post befand sich ein Übergang zum Gleis, auf dem der berüchtigte Gefängniszug ‘Otto-Grotewohl-Express’ hielt. Hier wurden unter strengster Bewachung Gefangene umgeladen.“
Helga Jung hat den Bahnhofsvorplatz ebenfalls gleich erkannt: „Der Bahnhof erweckte nicht den besten Eindruck. Die Bahnhöfe in Halle und Leipzig wurden im Krieg auch zerstört, wurden aber recht bald wieder hergerichtet. In Cottbus dauerte das bekanntlich recht lange. Diesen Ein- und Ausgang habe ich sehr selten benutzt. Auf der rechten Seite befand sich die Endstation der Straßenbahn und auf der linken Seite war die Mitropagaststätte. Geradeaus ging es zu den Fahrkartenschaltern und zu den Bahnsteigen.
Wenn ich von außerhalb nach Cottbus fahren musste, bin ich meistens durch den alten Tunnel in Richtung Spreewaldbahnhof gegangen. Es war der schnellste Weg ins Stadtzentrum.“
Birgit Borrmann mailte uns: „Wieder ein schönes Erinnerungsbild aus dem älteren Cottbus. Zwischen zwei Wolga-Taxis steht ein W50 auf dem ehemaligen Bahnhofsvorplatz, der zwischen den zwei Bahnhofsbrücken zu erreichen war. In dem Gebäude hinter dem Wartburg- bzw. Wolga-Taxi befand sich die Expreßgutannahme und eine Kofferaufbewahrung. Zwischen den beiden Bahnhofseingängen befand sich ein Zeitungskiosk.“
Herbert Ramoth ergänzte dazu: „Unverkennbar, der Bahnhofsvorplatz Ende der 1960er-Jahre. Der ‘Baracken-Bahnhof’ -eine lange Zeit währende Folgeerscheinung des Bombenangriffs im Februar 1945, bei dem das Empfangsgebäude und ein großer Teil des Bahnhofs zerstört wurden und wo sehr viele Tote und Verletzte zu beklagen waren.“






