Das Haus der Firma Gustav Stein / Malerisches Motiv erinnert an ein hoch geschätztes Handwerksunternehmen
Das schön handkolorierte Bild aus der Cottbuser Altstadt vor hundert Jahren hat vielen Lesern Freude gemacht. Besonders jenen, die Kunden waren im Geschäft Gustav Stein,
das mit seiner Dienstleistung hochfeiner Porzellanreparaturen auch Kunden aus Berlin und Dresden nach Cottbus zog.
Unsere Leserin Ingrid Wrackmeyer aus der Cottbuser Albertusstraße schreibt uns recht ausführlich: „Dort bekam man alle Sachen aus Porzellan zu kaufen. Alle Tassen, Kuchenteller und Bierkrüge wurden von meinem Schwiegervater, Werner Wrackmeyer aus Kahren, jahrelang bemalt und beschriftet. Anschließend stellte Frau Stein alles in den Brennofen. Das Gebäude wurde immer nach jeweiliger Auflage denkmalgerecht saniert. Doch das Haus wurde abgerissen; schade drum.
Frau Stein bekam als Ersatz Geschäft und Wohnung am Altmarkt zur Miete. Einmal im Jahr kommt Frau Stein aus Bad Sooden-Allendorf zu Besuch nach Cottbus, weil sie sich mit alten Freunden und der Stadt verbunden fühlt. Im Stadtmuseum ist auch eine alte Schützenscheibe als Geschenk von Frau Stein zu sehen.“
Auch Erika Groba aus Cottbus erinnert sich gut: „Ich war bei Frau Stein oft einkaufen. Sie hatte so schöne Gläser und Schüsseln. Für Stammkunden gab es auch mal was von unter dem Ladentisch.“
Horst Hauptmann aus der Cottbuser Max-Grünebaum-Straße erklärt: Dieses gut bekannte Geschäftshaus wurde, wie das danebenstehende, 1876 von Herrn Gustav Stein und Otto Friedland erbaut und gegründet. Bei Stein wurde oft wertvolles zerbrochenes Porzellan fachgerecht gekittet und gebrannt. Diese Leistung lockte Menschen aus weit entfernten Städten nach hier.
Der schmale Weg neben dem rechten Haus führte zur noch heute bestehenden Rathausgasse. Mit der Neugestaltung der Klosterstraße wurden diese Kleinode entfernt.
Gisela Schmidt aus der Potsdamer Straße in Cottbus weiß ebenfalls von gekitteten Scherben und erwähnt außerdem: „Nach dem Abriss und dem Bau von Wohnblöcken der WBS 70-Reihe bekam das Familienunternehmen ein Domizil am Altmarkt. Links von Steins Haus entstand ein Jugendclub, der später zum piccolo-Theater wurde, welches sich jetzt gerade im neu errichteten Haus größer und schöner entfalten kann.“






