Cottbus: Japanischer Pavillon in Brandenburg

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Das Teehäuschen steht seit 1906

Japanischer Pavillon in Brandenburg einmalig / Umfeld wieder restauriert
Unser „Damals-war’s“-Rätselbild hat wieder viele Leser zu Zuschriften und Anrufen angeregt.
Georg Müller mailte uns in dieser Woche: „Das Bild zeigt den Japanischen Pavillon, von vielen Cottbusern einfach das Teehäuschen genannt, in den 30er- Jahren – auch eine Abbildung aus dem beliebten Damals war’s -Kalender. Das bauliche Kleinod entstand auf Initiative des städtischen Verschönerungsvereins auf dem sog. Hohen Wall, dem Luckauer Wall, am Rande der Promenade – eine der bevorzugten Flaniermeilen der Lausitzstadt, und wurde am 26. November 1906 eingeweiht. Die Wahl ausgerechnet fernöstlicher Symbolik am Bauwerk ist eigentlich nicht eindeutig überliefert; mag es der damaligen Weltanschauung mit dem wachsenden Interesse an fernen Kulturen und dem Stolz über den Kolonialbesitz an dem 1897 erworbenen chinesischen Pachtgebiet und Handelsstützpunkt Tsingtau geschuldet sein – jedenfalls wurde das Häuschen und sein Steingartenumfeld mit bunt blühenden Exoten ein harmonisch abgestimmtes Ensemble. An dem bisher im Land Brandenburg einzigartigen Pavillon machten sich damals insbesondere der Architekt Pasig, der Stadtbaumeister Georg Nippert und der Stadtgartendirektor Julius Kurfeß verdient.
Erst in jüngster Zeit wurde der kleine Tempel und seine Umgebung aus dem Abbild jahrelanger Vernachlässigung dankenswerterweise wieder in einen ansehenswerten Zustand verwandelt, den es mit wachsamen Augen der Cottbuser zu erhalten gilt.“
Margitta Wendisch hatte beim Betrachten des Bildes in der vorigen Woche ganz persönliche Erinnerungen: „Auf diesem Bild sieht man den Pavillon in der Töpferstraße vor dem Haus mit der Nummer 2. Ich kenne mich hier ziemlich gut aus, weil in dem Haus hinter dem Pavillon an der Stadtmauer meine Oma gewohnt hat. Das war so in den 50er-Jahren. Sie wohnte oben und wenn man den Hausflur betrat, ging man dann auf die Toiletten zu, die sich in einem Abstellraum befanden – so war das damals. Die Mitte des Hauses war sozusagen die Stadtmauer und später wurde das Haus abgerissen und die Stadtmauer restauriert. Dann ist meine Oma in die Petersilienstraße gezogen.“
Gerd Lehnardt erzählte am Telefon: „Endlich ist das Teehäuschen richtig instandgesetzt worden. Als Jugendliche haben wir uns hier getroffen und mit Kofferradios Musik gehört. Da gab es die Stadthalle noch gar nicht. Heute ist der anschließende Park oftmals Treffpunkt für viele.“