
Verurteilter Ehemann sorgte für Ausschluss aus der Gesellschaft. Nach der Haft ihres Mannes wurde Auguste Löber, geb. Feige zur Stifterin.
„Die Lösung A ist richtig: Im August-Stift konnten alleinstehende Frauen wohnen“, schrieb Familie Artschwager aus Cottbus wie viele weitere Rätselbildfreunde auch. „Jetzt ist es die Reha Vita, wo meine Frau heute wieder zur Behandlung ihrer Finger u.a. im Paraffinbad ist“, ergänzt Heinz Knobloch. Jens Schmidt schreibt zu dem prunkvollen Haus: „Vor 117 Jahren, 1897, wurde das Auguste-Viktoria-Stift begründet, denn die am 15. Januar 1897 verstorbene Auguste Löber, geborene Feige, hinterließ der Stadt ihr Vermögen, mit dem das Auguste-Viktoria-Stift in der Feigestraße begründet wurde.“
Otto Blunck meint dazu, dass Auguste Löber in ihrem Testament verfügte, „dass das Vermögen aus dem Nachlass für die Finanzierung einer Einrichtung hinsichtlich der Versorgung von bedürftigen Frauen eingesetzt wird. 1898 begann man mit dem Bau in der Feigestraße und 1900 wurde es bereits seiner Bestimmung übergeben. Heute nutzt eine therapeutische Einrichtung das Haus, welches zu den schönsten in ganz Cottbus zählt.“
Emanuel Breitfeld mailt die Lösung und fügt hinzu: „Das Haus kenne ich, weil wir alle zwei Wochen mit der Kindergartengruppe dort zur Sauna gegangen sind.“
Katja Schmidt ist sich nicht sicher: „Als ich die Zeitung aufschlug, habe ich sofort erkannt, dass das abgebildete Gebäude die heutige Reha Vita zeigt. Da ich hier beschäftigt bin, wusste ich, dass das Gebäude früher als Art Heim genutzt wurde. Eigentlich dachte ich, es wäre ein Altenheim gewesen. Patienten erzählten mir auch mal von einer Heilanstalt für Alkoholiker. Aber diese Varianten standen ja nicht zur Lösungsauswahl.“
Klaus Herold holt mit seinem elektronischen Brief etwas weiter aus. Er schreibt: „Eine wirklich schöne, von Hand kolorierte Aufnahme aus der Anfangszeit des Auguste-Stiftes, welches alleinstehenden Frauen jeden Alters eine mietfreie Wohnstätte bot. Auguste Löber, geb. Feige, war gesellschaftlich ‘erledigt’, weil ihr Mann als Konkursverwalter Geld für ‘Freunde’ unterschlagen hatte. Daraufhin wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt, welche er in der heutigen Bautzener Straße (damals Bellevue-Straße) absaß. Der entstandene finanzielle Schaden wurde beglichen. Trotzdem gab es für Frau Feige keinen Einlass mehr in die Gesellschaft. Die Löbers halfen aber in Not geratenen Bürgern finanziell. Am 15. Januar 1897 starb Auguste Feige. Ihre Grabstätte befindet sich an der Süd-Mauer des Nordfriedhofes. Sie hatte eine wohltätige Stiftung gegründet, zu der unter anderem auch das einstige Lehrer-Stift (Dreifertstraße 8) und der Münzturm gehörten. Der Turm war ca. 200 Jahre lang im Privatbesitz verschiedener Bürger, und zuletzt besaß ihn die Kaufmannsfamilie Feige. Im Tauschgeschäft ging er an die Stadt Cottbus zurück, welche noch zu Lebzeiten von Frau Feige Interesse am Turm signalisiert hatte.“
Georg Müller nimmt noch den Tippfehler im Bildtext auf die Schippe und mailt: „Also diesmal geht es nicht um die Stifte der kleinen Auguste, davon hat sie ausreichend, in Farbe und in Schwarz-Weiß – nein, hier bringt sich die etwas ältere Auguste, Frau Löber aus dem Hause Feige, mit dem Stift für alleinstehende Frauen in Erinnerung. Der architektonisch außerordentlich auffällige Bau und sein zu damaliger Zeit noch ungewöhnlicher Stiftungszweck wurde in den Jahren 1898 bis 1900 in der nach ihrem Geburtsnamen später genannten Feigestraße errichtet. Das Stift sollte mit freiem Wohnraum und finanzieller Unterstützung ‘unbescholtenen evangelischen’ Frauen Hilfe zukommen lassen – menschlich edel gedacht; und trotzdem hatte alles seine gesellschaftliche Ordnung.“
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