Cottbus: Schnuckanlage mit neuen Triebwagen

Gestalteter Platz im Juni 1904 übergeben / Bahnstrecke 18.7. 1903 eröffnet
Klaus Herold mailte: „Ich tippe auf Antwort C. Mir ist bekannt, dass auf dem einstigen Kaiser-Wilhelm-Platz tropische Pflanzen in Kübeln standen, welche während der kalten Jahreszeit im Palmenhaus der Stadtgärtnerei im Cottbuser Norden untergebracht waren. Die Gärtnerei wurde im Krieg schwer beschädigt. Ich vermute, dass die Kübelpflanzen nachfolgend erfroren sind. Die Gärtnerei produzierte dann Gemüsepflanzen. – Hier haben wir ein Foto aus der warmen Jahreszeit, da die Bäume beim Stadtwall Laub tragen. Die Kübelpflanzen fehlen aber.“
Herbert Ramoth per Mail: „Das schöne Foto zeigt den Kaiser-Wilhelm-Platz, der in den Jahren 1903/04 im französischen Gartenstil angelegt wurde.
Das Jahr 1903 scheidet meiner Meinung nach aus, weil die Vegetation auf dem Foto schon einen fortgeschrittenen Zustand vermittelt. Daher kommt für mich die Lösung B) erst etwa 1914 infrage.“ Recht hat er.
Er fügt hinzu: „Bei den historischen Fahrzeugen könnte es sich um die Triebwagen TK 27 (eventuell TK 29) handeln. Ich bin sehr gespannt auf die Auflösung dieses Fotorätsels.“
Katrin Lehmann schreibt: „Lösung: A – 1903 (wahrscheinlicher 1904). 1903 begannen auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz umfangreiche landschaftsgärtnerische Arbeiten. Bis zum Juni 1904 war eine Anlage nach Vorbild des französischen Gartenstils entstanden. 1914 (B) scheidet aus, da z.B. die Bäume dieser Anlage deutlich höher waren.“
Jürgen Klingmüller kann sich nur schwer entscheiden: „Auf den ersten Blick könnte A oder B richtig sein. C ist jedoch auch nicht auszuschließen. Ich entscheide mich jedoch für A, weil 1914 schon die Straßenbahngleise in Richtung Spremberger Vorstadt verlegt waren. Davon ist auf dem Foto nichts zu erkennen.“
Georg Müller mailt: „Gewiss erfreut die Cottbusverkehr GmbH das Rätselbild: Neben den aus der Rateserie bereits bekannten Blickpunkten, der kunstgärtnerischen Gestaltung des Brandenburger Platzes und des Sprem-Entree im Besonderen, warten wohl auf ein wichtiges Startzeichen zwei bescheiden anmutende Straßenbahntriebwagen. Die Cottbuser Historie schreibt den 22. Juni 1903 um die Mittagszeit und die beiden Straßenbahntechniker fiebern dem Beginn des Probebetriebes auf der zwei Kilometer langen Strecke vom damaligen Staatsbahnhof bis zur Oberkirche
entgegen. In den letzten elf Monaten waren die Gleisverlegearbeiten durchgeführt und vor zwei Monaten die Strecke unter Spannung gesetzt; das neue E-Werk steuerte dazu fast 70 kW bei. Die Triebwagen waren anstelle der Passagiere mit entsprechenden Gewichten im Inneren bestückt, und so ging’s los – alles erfolgreich – Bauarbeiter und Techniker hatten gute Arbeit geleistet. Dabei war ja alles neu, die Ära der Straßenbahn nahm gerade ihren Anfang. Am 18. Juli 1903 war dann die Eröffnung, mit 10 Pfennig-Tickets, allerdings kaum kostendeckend, vorerst vom Bahnhof bis St. Nikolai.“
Otto Blunck merkt richtig an: „1903 scheidet aus, denn die Schmuckanlage im Vordergrund wurde erst am 4.6.1904 an die Stadtübergeben. Gut, dass diese prachtvolle Ansicht wenigstens als Foto erhalten blieb. Aus verkehrsorganisatorischen Gründen ist der Platz immer kleiner geworden. Er fügt sich aber noch gut in das Bild des Cottbuser Zentrums ein.“