Cottbus: Vom sanierten Turm zum Gerberhaus

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Die seltene Ansicht mit dem Schlossturm und der Mühlengraben-Brücke wurde aus Richtung der Gerberhäuser aufgenommen, Lösung A) war diesmal gefragt

Seltene Ansicht am Mühlengraben / Abriss der Schloss-Nebengebäude folgte:
Die Lösung verpackte Georg Müller – wie bereits gewohnt – in lebhafte Worte: „Hallo, wohin des Weg’s? Lohgerbermeister und Gehilfe stolpern alkoholbeseelt über den regenwassergetränkten rutschigen Holzbohlenbelag der Brü­cke über den Mühlengraben Richtung ihres Arbeits- und Wirkungsbereichs, den nahen Gerberhäusern in der Uferstraße. ‘Ein Korn – ein Bier’ lag vor kurzem in der Mehrzahl hinter ihnen und in Sorge plädierte die gutmütterliche Wirtin der Stammkneipe in der Mühlenstraße nahe des Gerichtsplatzes für die beiden, doch endlich zu gehen, dass ihnen womöglich sonst die Felle wegschwimmen würden.“
Es war also A) gesucht, die Männer gehen zu den Gerberhäusern, wie es auch Rainer Wollmann aus Kolkwitz mailte.
Horst Hauptmann fügt auf seiner Lösungskarte hinzu: „Links im Bild, leider nicht zu sehen, befindet sich das alte E-Werk. Später wurden viele Bäume zur Verschönerung angepflanzt. Die Ansicht hat sich im Verlauf der Zeit durch neue Gebäude und Umbauten verändert. Für junge Bewohner von Cottbus eine schöne Erinnerung aus alten Zeiten.“
Otto Blunck begründet seine Lösung A): „Denn Sandow liegt etwa rechts hinten und die Oberkirche gleichermaßen links hinten auf dem Foto, welches aus der Zeit um 1890 stammt. Der Schlossturm, einst vom Brand (1857) stark beschädigt, zeigt sich bereits wieder hergestellt in seiner heutigen Fassung. Ab 1905 begann der Abriss aller restlichen zum Schloss gehörenden Gebäude, welche hier auf der Abbildung aber noch zu sehen sind. Eine schon seltene Ansicht.“
Jens Pumpa bemerkte ebenfalls den kurze Zeit später folgenden Abriss der Gebäude vor dem Schlossturm.
Zum Aufnahmezeitpunkt machte sich Jürgen Klingmüller Gedanken. Er mailt: „Die Aufnahme muss mit Sicherheit vor 1903 entstanden sein, sonst hätte das neue Elektrizitätswerk die freie Sicht zum alten Amtsgericht beeinträchtigt. Das erste Cottbuser Elektrizitätswerk wurde von 1901 bis 1903 auf dem Areal der 1882 abgebrannten Stadtmühle errichtet. Mit der Fertigstellung des neuen Königlichen Amtsgerichtes (Januar1907) verschwanden dann auch die alten Gebäude in der Mitte des Fotos. Die beiden Herren gehen vermutlich zu einem der Gerberhäuser oder vielleicht in die Gastwirtschaft ‘Wiener Dörfchen’. Richtig ist also diesmal die Lösung ‘A’.“
Gewonnen hat Georg Müller.
Herzlichen Glückwunsch!