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Das heutige Brody ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Damals war´s | Von | 23. September 2022

Forster Tor in Brody

Diesmal befinden wir uns in Brody und blicken auf das Forster Tor (eines der ehemaligen Stadttore)

Wir bleiben auf nun spätsommerlicher Tour in Gegenden der Niederlausitz oder nahe dabei. Es sind Empfehlungen für Tagesausflüge an schönen Wochenenden. Dementsprechend gab es diesmal viel zu schreiben.
Jens Pumpa aus der Rostocker Straße in Cottbus fasst sich kurz: “Es handelt sich um das Forster Tor (eines der ehemaligen Stadttore) im ehemaligen Pförten, heute Brody. Diese Aufnahme entstand vor 1930, denn 1931 wurde die Durchfahrt auf drei Fahrspuren und einen Durchgang für Fußgänger erweitert. In den kleinen Häuschen links und rechts befanden sich früher der Torwachtmann und die Zöllner. Sehenswert sind das Schloss Brody (leider als Ruine), die rekonstruierten Kavaliershäuser und der Schlosspark.
Seit 2010 gehört der Schlosspark Brody zum Europäischen Parkverbund Lausitz.”
Ursula Balzer aus Cottbus, Ricarda-Huch-Straße, schreibt so ausführlich, dass wir nur Auszüge wiedergeben können: “Auf dem Rätselbild vom 17.9. sind das Forster Stadttor sowie das Hotel ‘Weißer Adler’ in Pförten abgebildet. In den Jahren 1747 bis 1753 ließ Brühl seine Stadt mit drei Stadttoren versehen – dem Forster, dem Gubener und dem Sommerfelder Tor. Es gab jedoch zu keiner Zeit eine Stadtmauer. Zunächst wurde dieses Tor nur mit einem mittleren Rundbogen erbaut. An beiden Seiten schlossen sich kleine, bewohnte Torhäuser an, deren konkrete Funktion nicht bekannt ist.
Ende der 1920er Jahre stand die bauliche Erneuerung des Stadttores auf der Tagesordnung. Im Jahr 1931 fand unter Teilnahme des Grafen, der Körperschaften der Stadt und dem Forster Tuchfabrikanten und Pförtener Ehrenbürger Högelheimer die Grundsteinlegung für den Umbau und die Erneuerung des Tores statt. Es entstand das heutige Aussehen des Tores. Gleich hinter dem Tor begann die Forster Straße. Auf der linken Straßenseite stand das repräsentative Hotel Zum Weißen Adler (Hausnummer 21/23). Der Hotelname ist angelehnt an den Orden Weißer Adler, den Graf Friedrich Aloys v. Brühl 1790 vom polnischen König verliehen bekam.
Das Gebäude wurde etwa 1750 erbaut und passte sich den übrigen Häusern der Straße optisch sehr gut an. Es verfügte über eine 15-Fenster-Front. In früher Zeit diente es auch mal als Unterkunft für Gäste, die keinen Platz mehr im Schloss bzw. im Mariannen-Schloss gefunden hatten.
Besitzer war ab 1811 Carl Anton Sack. Karl Christian August Hermann Sack übernahm den Besitz 1843, starb jedoch bereits 1850. Ihm folgte dann Ernestine Auguste Sack, vermutlich seine Witwe.
Doch schon bald verließen Sacks Pförten. Im Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung Frankfurt/Oder aus dem Jahr 1854 war die Zwangsversteigerung für den 7. August 1854 ausgeschrieben. Um 1895 kaufte die Familie Oskar Rösler das Grundstück. 1906 bohrte eine Sorauer Firma hier einen Brunnen. Etwa ein Jahrzehnt später gab es in allen Räumen elektrischen Strom.
Mit Aufkommen telefonischer Versorgung erhielt das Hotel die Rufnummer Pförten 44. Oskar Röslers Sohn Johannes übernahm den Betrieb nach 1928.
An Gästen des Hotels und der Gaststätte schien besonders im 20. Jahrhundert kein Mangel. Dann kam der II. Weltkrieg und Johannes Rösler wurde gleich eingezogen. Das Hotel wurde zunächst verpachtet und 1942 an Familie Otto Krause aus Forst-Keune verkauft. Otto Krause verunglückte im Februar 1945 auf tragische Weise. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung soll die Gastwirtschaft noch einige Zeit weitergeführt worden zu sein.”

Radrennen durchs Forster Tor

Ursula Balzer aus Cottbus hat dieses Sportmotiv geschickt: Radrennen durchs Forster Tor im Jahre 1931

Bei Erika Schmotz aus Forst lesen wir: “Das Foto zeigt das Tor in Brody/Pförten. Ein Ausflug dahin ist immer empfehlenswert, mit Spaziergang durch den Park und gutem Essen. Ich habe mal die Geschichte gehört, dass der Torwächter seine Wohnung in den Häuschen rechts und links des Durchgangs hatte, die Familie musste also immer außen herum von einer Stube zur anderen, bei jedem Wetter.”
Rainer Wollmann vom Tannenweg in Kolkwitz-Hänchen meint:
“Wie richtig über das Bild geschrieben ist, kann man den Ort Brody zu einem Tagesausflug nutzen, denn er liegt nur 12 km nördlich von Forst. Der Ort hatte bis 1945 Stadtrecht obwohl er 1933 nur 1126 Einwohner hatte, was einer Dorfgröße entsprach. Bekannt wurde der Ort durch die Graf Heinrich von Brühl (1700-1763). Die Familie lebte von 1740 bis 1945 in dem Schloss. Da der Graf sehr clever war, errichtete er 1753 das abgebildete Stadttor mit Torwächter und Zöllner. Die Stadt Pförten war ein wichtiger Handelsknoten, und Kaufleute mussten mit ihren Pferdefuhrwerken das Forster Tor durchfahren. Dies war eine wichtige Einnahmequelle. Das Forster Tor in Brody wurde 2019/20 aufwändig saniert und erstrahlt in neuem Glanz.”
Ebenfalls auszugsweise sei Manred Gnida vom Weinberg in Spremberg zitiert: “Das Tor befindet sich in Pförten/Brody. Um1753 soll es drei Stadttore gegeben haben. Nur das Forster Tor ist noch vorhanden. Bis 1931 hatte dieses Tor in der Mitte eine Durchfahrt und an beiden Seiten waren bewohnte Torhäuser. Am 24.April 2020 wurde eine Zeitkapsel in das 2019 sanierte Tor eingebracht. Fährt man von Forst nach Sommerfeld, heute Lubkso, kommt man direkt am Tor vorbei, aber auch ein direkter Besuch durch das Tor in den Ort mit seinen Sehenswürdigkeiten und gastronomischen Einrichtungen ist ein Erlebnis. Die Forster Straße, heute Ul. Wolnosci, war es eine Straße für Handwerker und Gewerbetreibende. Hinter dem Tor, wo eine Freifläche ist, stand das Hotel ‘Weißer Adler’ und in der Mitte der Forster Straße zweigte die Einfahrt zum Schlossplatz ab. Vor dem Tor gab es bis 1945 ein Herrschaftliches Brauhaus mit langer Tradition. Berühmt war auch das damalige Schützenhaus von Paul Schulz als ‘Größtes Saal- und Garten-Restaurant & Schießstand’. Nach 1945 begann man einige Häuser entlang der Forster Straße abzureißen. Aber viele Sehenswürdigkeiten im Ort sind geblieben. Ständige Parkseminare dienen dem Erhalt und der weiteren Nutzung der Anlagen.
Die Kavalierhäuser werden schon genutzt, und das Hotel mit Restaurant in einem Teil sind gern besucht. Auch die Kirche ist ein Besuch wert. Ehemalige Einwohner werden sich noch an Pfarrer Abraham erinnern, der dort bis zur Vertreibung seelsorgerisch tätig war und nach 1945 zeitweise in Forst predigte.” Klaus Reiter aus Cottbus schließt: “Wir sind hier in Brody, ehemals Pförten. Ich war erst Dienstag mit der Frau dort und habe es gleich erkannt. Ziel war das Schloss, welches ich auch schon mal beschrieben hatte. Es wurde 1680 durch Graf von Pomnitz für den Grafen Heinrich von Brühl umgebaut. Wir sehen hier dass Forster Stadttor (sieht heute anders aus), welches Brody in zwei Stadtteile teilte. Seit 1753 konnten die Leute durch das Tor gehen und in die kleine Stadt. 1389 wurde Pförten erstmals erwähnt. Es wohnten dort auch berühmte Leute, Friedrich Handtke, Kartograph, Johannes Weidemann, Jurist und ab 1933 Bürgermeister von Halle/S., Herrmann Ulrici, Philosoph.”

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