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Deutschlands Gärtner Karl Erwig

Bilder aus dem alten Spremberg | Von | 16. Juni 2023

„Ich bin ein Gärtner, stolz will ich es bekennen“, beginnt ein Gedicht des Sprembergers Karl Erwig (1878-1957)

„Ich bin ein Gärtner, stolz will ich es bekennen“, beginnt ein Gedicht des Sprembergers Karl Erwig (1878-1957)

Selbst in Spremberg, seiner Wahlheimat, erinnern sich nur wenige Menschen an Karl Erwig, Deutschlands ersten GärtnerMEISTER. Er engagierte sich erst im schlesischen, dann im reichsdeutschen Berufsverband für die Gärtner, war bis 1933 dessen Vorsitzender. So konnte er bewirken, dass Gärtner wie Handwerker eine Meisteranerkennung erlangten. Er selbst stellte sich als erster einer solchen Prüfung. Vor 66 Jahren, am 23. Juni 1957, ist er in Spremberg gestorben, wo er viele Jahre seines Lebens verbracht hatte. In der Berufsausbildung, im Naturschutz und als Autor des ersten ostdeutschen Ratgeberbüchleins für Kleingärtner („Der Nutzgarten“, lizensiert noch von der sowjetischen Militärverwaltung, zwölf Auflagen), erwarb er sich Anerkennung.
Geboren ist Karl Erwig im Mai 1878 in Dückenburg, Kreis Solingen. Nach der Gärtnerausbildung war er deutschlandweit auf der Walz und fand zum 1. April 1902 eine Anstellung in Spremberg, „schon beim ersten Anblick eine Stadt der emsigen und rastlosen Arbeit“, wie er in seinen Erinnerungen (NIEDERLAUSITZ-Jahrbuch 20-17) schrieb. Er wurde „Herrschaftsgärtner“ bei Kommerzienrat Heimberger, der in seiner Fabrik 1 000 Arbeiter beschäftigte. 1904 übernahm er eine Erwerbsgärtnerei in Welzow, später ging er in die Nähe von Breslau und baute eine Obstanlage auf, die zugleich Knabenerziehungsstätte war.

Sein praktisches Gartenbuch hat Karl Erwig auch selbst illustriert

Sein praktisches Gartenbuch hat Karl Erwig auch selbst illustriert

Er setzte das Werk nach der Soldatenzeit fort und absolvierte hier von 1926 bis 1933 seine „Kampfjahre“, wie er das Mühen um das Ansehen des gärtnerischen Berufsstandes nennt. Zunächst versammelte er alle geprüften Obergärtner Schlesiens und gründete eine Vereinigung. 1927 inszenierte er in Liegnitz den ersten deutschen Gartenmeistertag. Im Sommer 1928 kam es zur Gründung des Reichsbundes geprüfter Obergärtner. Bundestagungen folgten u.a. in Erfurt, Dresden, Hamburg und Hannover. 1934 ließ sich Erwig, im Berufsstand hochgeehrt, in den Ruhestand versetzen, baute in Spremberg „dem Ort meiner Liebe und dem Mittelpunkt Deutschlands“, ein Haus mit Mustergarten, das seine Nachkommen in Slamen bis heute bewohnen.
Karl Erwig machte sich nun in der Berufsausbildung nützlich, wurde nach 1945 Gartenbaureferent und Kreisgartenmeister. Sein Gartenbuch erlebte 12 Auflagen. Manch Kleingärtner nutzt es bis heute. H.

Weitere Beiträge über das historische Spremberg und das Umland finden Sie hier!



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