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Erinnerungen an das legendäre „Burglehn“

Bilder aus dem alten Spremberg | Von | 22. September 2023

Die einstige Wirtin war Initiatorin des noch heute beliebten Kneipenfestivals.

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Das Bild zeigt die Spremberger Gaststätte ‘Zum Burglehn’, einem der traditionsreichsten Gasthäuser der Stadt.

Ausgangspunkt der letzten Rätselaufgabe war ein Leserbrief von Lyn Kiese: „Eure ‘Damals war’s’-Fotos schauen wir uns immer wieder sehr gerne an, zumal wir inzwischen selber ein historisches Gebäude besitzen. Die Auflösungen und die Erzählungen der Mitleser bringen einem die Vergangenheit der Region sehr viel näher und man hat danach immer ein Gefühl: ‘Wieder was gelernt, wusste ich gar nicht…’
Da wir uns auch für die Geschichte unseres Gebäudes interessieren, war nun die Idee, ob Ihr vielleicht Bildmaterial oder Infos zur Vergangenheit der alten Gaststätte ‘Zum Burglehn’ in der Burgstrasse 5 in Spremberg habt. Ich füge eine alte Ansicht hinzu, die auch gerne als Rätselfoto verwendet werden darf.“ Darauf gab es nun vielfältige Reaktionen, zumeist natürlich nur mit der richtigen Ortsangabe, denn das Lokal war sehr populär. Aber auch Details werden beschrieben. Lonni Fürste zu Beispiel erinnert sich: “Zum Burglehn’ gab es in Spremberg dicht an der Kreuzkirche. Genau an der abgebildeten Ecke hatte ich an meinem Konfirmationstag am 23.05.1948 auf dem Nachhauseweg ein kleines Malheur mit meinen schwarzen Schuhen…“ Reinhard Semt weiß: „Das Haus steht in der ‘Perle der Lausitz’, also in Spremberg. Dort versteckt es sich im Altstadtkern in der Burgstraße, wo sich diese mit der Kirchstraße kreuzt. Die Gaststätte/Pension wurde vor einiger Zeit aus Altersgründen geschlossen und steht aktuell zum Verkauf.“ Manfred Gnida vom Weinberg aus Spremberg wird ausführlich: „Sicher bin ich als Spremberger mit dieser Antwort: Das Bild zeigt die Spremberger Gaststätte ‘Zum Burglehn’, einem der traditionsreichsten Gasthäuser der Stadt. Das Gebäude in den früheren Teilen soll schon um 1701 errichtet worden sein. Oft brannten hier in der Altstadt Gebäude bis auf die Grundmauern ab. Von diesem Schicksal blieb in der Burgstraße Nr.5 das als Einzeldenkmal Wohn- und Geschäftshaus verschont, denke ich. Bewirtschaftet, wurde die Gaststätte schon 1896 vom Schankwirt Gustav Kuhle, welcher noch 1906 Inhaber war. Genannt wurde 1926 Emil Horn als Wirt, sein Sohn Arnold bekam 1939 eine Schankerlaubnis für ein Objekt am Schlossplatz und 1941 übernahm er die Gastwirtschaft seines Vaters. Das Gasthaus war früher Vereinslokal des Deutschen Sängerbundes. Davon zeugten bei Renovierungsarbeiten 1987 freigelegte Wandbilder mit wechselhaften Szenen aus dem damaligen Schankmilieu. Arnold Horn war damals der letzte Gastwirt, bevor verschiedene Nutzer tätig wurden. Wer hier einkehrte und die gutbürgerliche Gastlichkeit genoss, sagte im Volksmund: ‘Ich geh zu Horns’. Bevor wieder Gastlichkeit in das Haus kam – daran werden sich Spremberger erinnern – war hier von 1975 bis 1984 eine Sonderverkaufsstelle der HO. Die historischen Gast- und Wirtschaftsräume nutzte 1986 der damalige Spremberger Motorsportclub im ADMV als Klubgaststätte.

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Spremberger Motive aus dem Jahre 2009, die an das Traditionshaus „Burglehn“ erinnern. F.: CGA-Archiv

Die historischen Einrichtungsgegenstände wie Tresen, Rückbüfett, Uhr und Ofen aus der Zeit um 1930 waren ein besonderer Anblick. Später konnten die Gäste eine alte Zapfsäule aus der Zeit um 1900, welche 1987 erworben wurde, sowie nachgestellte Originalmöbel bewundern. Im Außenbereich ist die historische Laterne, wie sie auf dem alten Foto zu erkennen ist, heute noch am denkmalgeschützten Gebäude zu sehen. Einen gemütlichen und abwechslungsreichen Aufenthalt gab es als 1993 Christine Grundmann gemeinsam mit ihrem Mann Gisbert eines der ältesten Lokale der Stadt übernommen haben. Leider ist ihr Mann schon zeitig verstorben und auch sie starb mit 64 Jahren. Die Gaststätte und Pension war gern besucht, leider ist dieses Lokal nun geschlossen. Gleich in der Nähe befindet sich das wohl älteste Haus. Es wird auf 350 Jahre geschätzt. Ein Lichtbildervortrag fand 2015 im ‘Burglehn’ statt, wo über das Sonntagsche Haus und die letzte Bewohnerin, Gretel Sonntag, berichtet wurde.“ Marion Barke aus Cottbus-Branitz schreibt: „Danke dafür, dass es nun möglich ist, bei unseren Nachbarn, der Bäckerei Michelko, stressfrei den ‘Boten’ samstags beim Brötchenholen mitzunehmen, und sie fährt zum Thema „Burglehn“ fort: „Wenn wir zum Heimatfest nach Spremberg fuhren, war dort immer unser Mittagsrastpunkt. Das Essen war gut, das Bier gepflegt und die Bewirtung freundlich. Leider gibt es dieses Lokal nicht mehr. Etwas Gutes ist verlorengegangen! Dies bedauern wir. Mein Mann als ehemaliger Spremberger kannte diese Lokalität noch aus seiner Jugend.“
Klaus Reiter aus Cottbus klagt: „Ich würde gern das aktuelle LAUSITZ-Jahrbuch gewinnen. Leider weiß ich nichts von der Geschichte dieses Hauses. Es steht in der Burgstr. 5, Nähe Kirchplatz in Spremberg und war eine Gastronomie.“ Ganz genau weiß es Katrin Lehmann aus Cottbus: „Die Mitbegründerin des Spremberger Kneipenfestes, Christine Grundmann, ist am 29. Januar 2018 verstorben. 1993 hatte sie gemeinsam mit ihrem ebenfalls inzwischen verstorbenen Mann Giesbert die Gaststätte ’Zum Burglehn’ übernommen. Das Lokal in der Burgstraße 5 ist eine der ältesten Gaststätten der Stadt.“



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