
Kinder wurden hier samt Eis verjagt:
Wolfgang Schenk schreibt: „Die Aufnahme wurde sicher schon in den 20er oder 30er-Jahren gemacht. Sie zeigt eine Möglichkeit, von der Berliner Straße über einen Hinterhof vorbei an Schuhmacher Koinzer über den Lohmühlgraben zur Bleiche (An der Bleiche) bis zu den Elsaß-Badischen Wollwerken (Wollfabrik) zu gelangen. Zur Zeit, als es den Durchbruch zur Poststraße noch nicht gab, war dies ein günstiger Verbindungsweg. Im 14. Jahrhundert wurden auf den Wiesen am Lohmühlgraben Textilien gebleicht. Daher der Name „An der Bleiche“. Für uns Kinder hatte dieser Durchgang etwas Abenteuerliches an sich. Die hier wohnenden Menschen sahen es nicht gern, dass ihr Hof als Durchgang benutzt wurde und untersagten uns, diesen Weg weiter zu benutzen. Ich erinnere mich noch an einen warmen Sommertag, als ich in der Eisdiele von Grögers neben der Post eine Schüssel Eis geholt hatte, um die Familie meiner Freundin zu überraschen. Anstatt die Poststraße zu nutzen, lief ich durch den schattigen Hof und Durchgang in Richtung Stadtkirche zur kleinen Lindenstraße, Ecke Gerberstraße. Das heißt, so hatte ich es mir gedacht. Anwohner des Hauses hinderten mich an der Passage und jagten mich zurück zur Berliner Straße. Nun rannte ich durch die Poststraßebis zur Gerberstraße. Bei meiner Freundin angekommen, waren die schon nicht sehr großen Eiskugeln stark geschmolzen, so dass wir nur wenig Freude am Eis essen hatten . Aber wir haben trotzdem darüber gelacht. Als dann später in der Berliner Straße die HO-Eisdiele aufmachte, gingen wir auch hier einkaufen. Ich musste mir dann noch einmal die Sticheleien meiner Freunde anhören ‘Los wir nehmen die Abkürzung über den Hof’.“
Ein gerahmtes historisches Bild gewonnen hat Viola Schiemenz.
Herzlichen Glückwunsch!







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