Erinnern an Postanweisungen, e und blaue Postsparbücher…

Viel Erinnerungen sind geweckt. Dieter Leubauer aus Cottbus schreibt: „Zu sehen ist das ehemalige Postamt in Forst/Lausitz, damals eine wichtige Institution für die Postversorgung im Altkreis Forst, also (mit den alten Postleitzahlen) für 7570 Forst, 7571 für alle Landorte im Altkreis und auch für 7572 Döbern. Es gab damals auch noch Stadt-Postämter in Eulo, Keune und Noßdorf. Als ehemaliger Cottbuser Postler war ich gelegentlich im Postamt Forst, erinnere ich mich an den langjährigen Postamtsleiter Joachim Jäckel und seine engagierte Belegschaft. Die Forster waren (und sind) sehr mit ihrer Post und deren Geschichte verbunden. Die technische Entwicklung und anderes haben bewirkt, dass Postdienstleistungen jetzt von Partner-Postfilialen realisiert werden. Logische Folge war für das 1895/96 errichtete Postgebäude, dass es am 19. Juni 2019 seine Schalter schloss. Wer kann sich noch erinnern an Postanweisungen, Zahlkarten, Telegramme, die blauen Postsparbücher, vermittelte Telefongespräche, das Monopol des Postzeitungsvertriebes, das Kassieren von Rundfunk- und Fernsehgebühren usw… Das ehemalige Forster Postgebäude wird nun privat für ein anderes Leistungsangebot genutzt.“
W. Marlow aus Forst ortet: „Ich vermute, dass der Fotograf in Höhe der HO-Eisdiele stand und links müsste dann das Rondell mit der NAW-Tombola stehen. Mittig befindet sich das ‘Kaiserliche Postamt’ heute als Gaststätte im Gebäude, in dem schon viele Veranstaltungen waren. Links neben der Post waren mal ein Rundfunkladen und Foto-Gärtner. Rechts Richtung Berliner Platz war ‘Grögers (Nahkampf-)Eis-Diele’, weiter hinten das Tuchmacher Stübchen. In Höhe des Pkws, ging ein Weg zur ‘Bleiche’. Im Haus nebenan war ein Laden mit Textilien und darüber hatte Foto-Michael sein Atelier. Seine Aufnahmegeräte waren Ende des 19es Jahrhunderts gebaut.
„Die Moderne mit ihren prägenden Plattenbauten hat noch nicht begonnen. Zu sehen auch die vielen Fahrradfahrer, typisch für Forst bis heute“, meint Frank Irmer und Bernhard Mühle sieht „vor dem Haus mit der Werbung einen Platz an dessen Ende sich das Konsum-Möbelhaus befand. Die Häuser mussten in den siebziger Jahren einem Plattenbau weichen.“ Andreas Mahling erklärt: „Vor dem Krieg war die Berliner Straße eine wichtige Einkaufsstraße. Das Postgebäude wurde fast vollständig zerstört und wieder aufgebaut.“ Marion Bahrke ist betrübt: „Viele Jahre radelte ich diese Straße entlang zu meiner Schule. Nachvollziehen kann ich nicht, warum die wiederaufgebaute Post nun Eventlocation ist.“

Heinz Lüdecke aus Forst erinnert sich an Grögers Eisdiele, „wo wir Kinder auf dem Weg zum Kino – den Kammerlichtspielen – noch schnell ein paar Kugeln Eis gekauft haben. Lustig fanden wir im Schaufenster das Eismännchen, welches ‘ne Kugel Eis in der Hand hielt und genüsslich schleckte. Dabei bewegte er den Kopf auf und ab… Interessant finde ich die Fahrzeuge im Bild: LKW H6, ‘ne AWO mit Beiwagen und vor dem LKW ein Moped KR 50. Genauso ein Moped hatte mein Vater, das ich mit 15 oder 16 auch mal fahren durfte!“
Jens Pumpa aus Cottbus kennt neue Nachrichten: „Die Hauptpost verschwand Mitte 2019 unter großem Protest der Bürger. Aktuell wird sie zum Wohnhaus umgebaut. 17 Einheiten sollen in dem Gebäude entstehen, wovon elf Wohnungen barrierefrei werden.“
Vielen Dank allen, auch den nicht erwähnten.
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