
„Natürlich wurden da Blumen verkauft!“ – in vielen Erinnerungen unserer Leser lebt das kleine Häuschen zwischen Berliner- und Mittelstraße fort.
Marlis Mudra kennt sich aus und gibt eine Schätzung ab: „Im Hintergrund stehen noch die alten Häuser, aber noch keine Grünfläche um den Pavillon. Daher vermute ich, das Bild ist kurz vor 1960 gemacht worden“.
Über die Besitzverhältnisse klärt Gisela Frenzel auf: Der Pavillon gehörte der 1910 von Curt Frenzel gegründeten Gärtnerei, die sich in der Frankfurter Straße befand und in der Stadt ihr Geschäft betrieb. Geführt wurde es von Marianne Schubert, der ältesten Tochter von Curt und Frieda Frenzel.
„Links davon befand sich eine italienische Eisdiele. Die verführte uns sehr oft, nach Schulschluss zu naschen“ schreibt Inga Haupt. Im gleichen Haus befand sich der Taxi-Betrieb Noack. Gleich daneben schließen sich die Schlosserei Kleemann und die Tuchfabrik von der Firma Haase an. „Hinter dem Bogen folgten Wohnhäuser und die Kohlehandlung Orschel“, weiß Elfriede Bonkatz weiter. Rechts befanden sich die Läden HO-Möbel und das Kurzwarengeschäft „Guder und Regel“, im Obergeschoss gab es ein Fotoatelier. Später wurde der Pavillon zur „Aufbau-Tombola“ und verkaufte Lottoscheine, in den 70ern folgte der Abriss. Heute lebt die Tradition ein paar Meter weiter. Ein Pavillon des Gartenbaubetriebes Engwicht verkauft auch heute noch das schönste Geschenk der Welt.
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