Forst: Gasthaus stand bis zum Weltkrieg

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Nur das große Gebäude links ist vom Krieg verschont geblieben

Den Gebäudekomplex des Rätselfotos gibt es heute so nicht mehr:
Dieter Nowotnick hat richtig erkannt, dass der Fotograf von der Albertstraße aus fotografierte. Er schreibt: „Das Bild zeigt die Kreuzung Berliner/Albert/ Amt/Straße. Nur das Haus neben dem Gasthof hat den Krieg überlebt. Sonst waren alle Häuser auf der Ostseite der Berliner Straße, von Ecke Amtstraße bis Einmündung Mittelstraße (Höhe Pavillon) ausgebrannt. Wo der Gasthof stand, wurde nach dem Krieg ein Neubau errichtet, links davon das kleine Haus (eine Bä-ckerei) entstand nach dem Krieg, und steht heute noch, ein Kiosk. Auf der Straße sieht man noch die Straßenbahnschienen die aus der Albert Straße über die Berliner in die Amtstraße führten. Im Hintergrund links die Stadtkirche und rechts die Luisenschule. Der Fotograf blickt aus einem Fenster des Eckhauses, was heute noch so aussieht wie 1945. Im Geschäft unten war Uhrmacher Kaschke, ein Forster „Frauenheld“! Der Fotobesitzer hat glaube ich sein Geschäft nebenan.“
Margitta Bartel weiß: „Das Gebäude „Gasthaus drei Linden“ wurde im Krieg zerstört. Das große Gebäude links steht noch heute. Heute ist hier eine Logopädie drin. Daneben befand saich links die Bäckerei/Konditorei „Schimmack“. Diese ist auf dem Foto hinter den Bäumen zu sehen. Heute ist da nichts mehr“. Auch Anita Dammaschk erinnert sich an die Gaststätte. Über dieser wohnte sie einst. Im Winter 1926 wurde sie hier geboren.
Wolfgang Schenk griff zum Telefonhörer: „Der Fotograf blickte von B) der Albertstraße auf den Kreuzungsbereich Berliner-, Albert- und Amtstraße – ein Gebäudekomplex, den es so heute nicht mehr gibt. Ich beginne bei dem Gasthof Drei Linden, der anfangs ‘Zum Sporn’ hieß. Der Freiraum vor dem Gelände war in der Zeit als Kutschen und Pferdefuhrwerke noch die Nummer eins im Personen- und Lastentransport waren, einen Pausenplatz für Pferde und Kutscher, welche auf den Straßen von und nach Cottbus, Triebel und Spremberg unterwegs waren. Damals hieß die Berliner Straße noch Spremberger Straße. Der „Gasthof Drei Linden“ wurde 1945 durch den massiven Beschuss auf den Bahnhof zerstört und nach Kriegsende abgerissen. Wie durch ein Wunder blieb das links neben dem Gasthof stehende Wohnhaus der Familie Wagenknecht erhalten. Es steht noch heute und wurde zur Wendezeit renoviert. Im stadteinwärts stehenden nächsten kleinen Haus hatte
Bäckermeister Schimmack seine Bäckerei mit Geschäft und Caféstube. Besonders lecker schmeckten seine Baumkuchen. Wie mir meine Großeltern erzählten, stammten Schimmacks aus Triebel östlich der Neiße, heute Trzebiel. Die Verwandtschaft lebte aber auch in Jerischke. Auch der Fahrradhändler Nicke hatte hier seine Werkstatt mit Geschäft. Übrigens war die Bäckerei Schimmack 1913 auf der RUGA – der Rosenschau im Rosengarten – mit einem großen Backwarenpavillon vertreten. Im Bildhintergrund sind die Luisenschule und die Stadtkirche Sankt Nikolai gut zu erkennen. Im Eckhaus rechts befand sich Carl Stillers Geschäft mit Lebensmittel, Konserven und Weinverkauf. Als Kind wollte ich immer im Erker, besonders im offenen Teil mit Blumenkästen wohnen. Früher verlief die Straße nicht so gerade in Richtung Bahnübergang, sondern machte einen Bogen westwärts um die so genannte Schwarze Grube, ein Sumpfgebiet bis hin zum Wasserturm. Gewonnen hat Anita Dammaschk.

Herzlichen Glückwunsch!