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Gartenbauingenieur Joachim Scherzer: Die Grüne Handschrift von Cottbus

8. April 2022 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Freizeitoase

In der Wachsbleiche (Freizeit-Oase) organisierte Joachim Scherzer erste Gartenschauen.

Wer Cottbus als „Grüne Stadt“ mit neuer BuGa-Sehnsucht sieht, kommt an dem Namen Joachim Scherzer nicht vorbei. Sein Todestag jährt sich am 10. April 2022 zum 25. Mal. Vieles, was noch heute charakteristisch ist für das erblühende Cottbus nach 1945 trägt die Handschrift dieses unermüdlichen Gartenbauingenieurs: Die Puschkinpromenade, der Schillerpark, die Blumenuhr, der heutige Goethe- und der Blechenpark, der Frühlingsgarten am Mühlengraben, viele Elemente des stattlichen Südfriedhofes, um nur einiges zu nennen. Manches sehr Schöne ist aber auch schon wieder verschwunden, wie etwa die hübschen Sitzgruppen mit Brunnen in der einstigen Stalinpromenade (vorm Krieg „Spremberger Wall“, heute Stadtpromenade an der Mauer) und viele Kinderspielplätze, die längst überbaut worden sind.
Joachim Scherzer ist am 25. 01.1915 in Aarhus in Dänemark, der europäischen Kulturhauptstadt von 2017, geboren. Die Eltern zogen zwei Jahre später nach Cottbus, weil Vater Max Scherzer die Stelle als Erster Flötist im Stadttheater bekommen hatte. Nach der Gärtnerlehre in Cottbus begann der junge Mann das Gartenfach-Studium in Berlin-Dahlem, das durch die Einberufung zur Wehrmacht unterbrochen wurde. Erst 1947 kam Scherzer aus der Kriegsgefangenschaft zurück und konnte sein Studium fortsetzen. Er kam dann wieder nach Cottbus und wurde Chef des städtischen Grünwesens, für das er bis zum Renteneintritt leidenschaftlich wirkte.
Im Vorfeld der Bundesgartenschau 1995 hielt Cottbus Rückschau auf seine „Grüne Bilanz“, eine bis dahin von Joachim Scherzer, Dr. Jürgen Tschirner und weiteren Persönlichkeiten geprägte Ära. Am 21. August 1954 war die erste Ausstellung „Grünen und Blühen an der Spree“ eröffnet worden. Unterstützt vom international bekannten Staudengärtner Karl Foerster wurden der Blechen- und Goethepark modern überformt. Bei einer 2. Schau dieser Art reichten die 70 000 gedruckten Eintrittskarten nicht. Die letzten 20 000 Besucher bekamen freien Einlass, auch zur Hallenschau in der „Spreehalle“, die in der Gegend des heutigen Planetariums errichtet worden war.
Auch 1956 zur 800-Jahr-Feier gab es eine Gartenschau, 1973 dann den Neuanfang in der „Wachsbleiche“, wo Joachim Scherzer die Gärtnerischen Produktionsgenossenschaften für eine Leistungsschau begeistern konnte. Das war der Impuls für regelmäßige Ausstellungen „Grünen und Blühen“, die ab 1975 alle zwei Jahre stattfanden, teils mit zusätzlichen Blumenschauen im „Haus der Freizeit“. Zur bereits vorbereiteten Schau 1989 kam es wegen der politischen Turbulenzen nicht mehr, aber Joachim Scherzer wurde noch Förderer des BUGA-Projektes. Er starb 1997.

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!




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