Guben. Bürgerheim Crossener Straße 26

damals100327_guben

Nicht ganz so leicht war wohl dieses Rätselbild, das uns Erhard Wegener zur Verfügung stellte – vielen Dank dafür!
Werner Koschack schilderte am Telefon seine Lösung: „Dieses Rätselbild zeigt das Bürgerheim in der Crossener Straße 26. Dieser stattliche Backsteinbau wurde auf dem ehemaligen Wendischen Kirchhof in einer schönen Lage im Jahre 1899 erbaut. Die Einweihung erfolgte am 19. Dezember zugleich mit einer Weihnachtsfeier für die pflegebedürftigen Bürger. Man nannte sie Siechenhäusler und Hospitaliten. Die Ansprache hielt damals Oberbürgermeister Paul Bollmann. Er bedauerte, dass der Stadtrat Jakeschky, der sich um diesen Bau sehr verdient gemacht hatte, den Tag nicht mehr erlebte. Das Bürgerheim hatte 89783 Mark gekostet und bot Platz für 37 so genannte Pfleglinge.
1914 waren es schon 50 Bürger, die in diesem Haus Unterkunft fanden für Erholung und Pflege.
Diese Informationen sind nachzulesen im Buch ‘Geschichte der Stadt Guben’ von Karl Gander. Der Hausvater – so nannte man den Heimleiter – war viele Jahre Ernst Pilgrim.
„1945 wurde dieses imposante Gebäude zerstört. Die großen Bäume stehen aber noch“, fügt Werner Koschack hinzu, denn er war extra nach Gubin gelaufen, um sich den heutigen Zustand des Platzes anzusehen. Einige Reste, die offentlichlich von dem Gebäude stammten, seien ebenfalls noch zu sehen.
Wolfgang Donat rief ebenfalls in unserre Redaktion an und erzählte seine Vermutung: „Es handelt sich um das von 1913 bis 1914 in der Pförtener Straße, heute Gubin, errichtete Pflegeheim. Das Heim hat heute ein anderes Aussehen. Ein Brand oder vielleicht auch Kriegsfolgen haben ein Neubau auf demselbigen Platz erforderlich gemacht.
Heute befindet sich darin das Gubiner Krankenhaus. Darin wird auch operiert, und es gibt auch eine Entbindungsstation.“
Vielen Dank allen Ratefreunden für ihre Schilderungen.