
Am Fischmännchenbrunnen im Stadtmuseum gern erfrischt:
Unser Rätselbild führte diesmal wieder auf die Ostseite des alten Gubens, trotzdem wussten viele Rätselfreunde Bescheid, wie Carolin Tilch. Sie mailt: „Ich bin zwar noch nicht lange Gubenerin, bin mir aber ganz sicher, dass es sich um das alte Stadtmuseum am ‘Dicken Turm’ handelt. Antwort C ist diesmal also richtig.
Eröffnet wurde das Stadtmuseum ursprünglich als städtisches Altertumsmuseum, wo Altertümer dargestellt wurden. Das Sammelgebiet beschränkte sich, wie heute beim Stadt- und Industriemuseum Guben auch, auf die Stadt Guben selber und ihre unmittelbare Umgebung.
An den ersten Sonntagen des Monats soll es damals im Stadtmuseum sogar freien Eintritt gegeben haben, wodurch sich das Museum gerade an diesen Tagen über zahlreiche Besucher freuen konnte. Das muss ein ganz tolles Museum gewesen sein. Gerade die Innenarchitektur soll wunderschön und vielfältig künstlerisch ausgestaltet gewesen sein. Ein schönes Bild aus dem alten Guben!“
Auch Herr Menzel erkannte das Städtische Museum auf dem Jentschplatz 2. „Dieses hatte neben der Altertümersammlung eine Bauernstube mit vielen damaligen Alltagsgegenständen. Die Sammlung präsentierte auch eine Nachbildung des Goldschatzes von Vettersfelde in den Vitrinen. Im Eingangsbereich gab es links eine Nische mit dem Fischmännchenbrunnen, der 1913 als Geschenk vom Tuchfabrikanten A. Wolf aufgestellt wurde. Der Brunnen war besonders im Sommer eine willkommene Erfrischung für Gubener und Gäste. Das Museum war sonnabends geschlossen, sonntags für zwei Stunden und wochentags drei Stunden geöffnet.“
Renate Dommenz verweist zu ihrer Lösung auf die Stadtmauer, die hier hervortritt. „Der Werderturm wurde im Volksmund immer nur Dicker Turm genannt. Unsere Familie war früher oft im Museum, das war Gang und Gäbe. Wir sind sehr gern dorthin gegangen. Der Fischbrunnen war im Sommer immer dicht von uns Kindern umringt.“
Arno Schulz notiert geschichtliche Details: „Auf dem Bild sind im Mittelpunkt gleich zwei Wahrzeichen zu sehen: der ‘Dicke Turm’ und das ehemalige Gubener Museum am Jentsch-Platz/Königsstraße. Der ‘Dicke’ war Teil der 1519 bis 1557 erneuerten Stadtbefestigung und gehörte zum Werder-Tor, das, bis auf den Turm, 1877 abgerissen wurde. Die Errichtung des Turmes wird auf das Jahr 1530 datiert. Ein Besichtigungstipp: festens Schuhwerk und nicht die beste Kleidung.“
Werner Koschack fand heraus: „Das Bild ist Anfang der 30er-Jahre entstanden, wie die Berankung des Efeu verrät. Seit 1900 gab es im Haus Markt 12 ein Museum. Prof. Dr. Hugo Jentsch (1840-1916) war Lehrer am Städtischen Gymnasium und Sammler von Altertümern. Er betreute die Altertümersammlung des Gymnasiums und konnte 1900 diese Sammlung nach Markt 12 überführen. Dort reichte der Platz bald nicht mehr aus. Am 4.2.1913 konnte das Stadtmuseum einen Neubau nahe des Dicken Turmes beziehen. Die Mittel dazu stiftete der Tuchfabrikant Adolf Wolf, Bauinspektor Johannes Römmler war der Bauausführende. Bei der Schlüsselübergabe wurde Hugo Jentsch zum Museumsdirektor ernannt, gleichzeitig bekam der Platz vor dem Hause seinen Namen, vorher war es die Königstraße 1. Nach dem Tode von Hugo Jentsch führte Max Kutter diese Kultur- und Bildungsstätte bis 1937 weiter. Sein Nachfolger war Studienrat Hermann Roth, wahrscheinlich bis Kriegsende. Das Haus ist heute im oberen Stockwerk ein polnisches Museum. Die Sammlungen von einst sind im Krieg verloren gegangen.“
Vielen Dank allen Rätselfreunden. Ein Bild im Rahmen gewinnt diesmal Carolin Tilch. Herzlichen Glückwunsch!








Schreibe einen Kommentar