
Konzert- und Ballhaus Tivoli war beliebte Station der Sommerfrischler:
Offenbar sind die Gubener Berge nicht mehr im Detail bekannt. Umso besser ist es, einen Abschnitt, der zu den beliebten Zielen gehörte, näher vorzustellen. Das gelingt dank der Zuschrift von Werner Koschack. Er schreibt: „Das Bild zeigt die Anhöhe Grasses Berg. Die abgebildeten Gebäude sind das Ausflugslokal ‘Tivoli’. Es gibt eine Ansichtskarte von 1907 mit diesem Foto. Zu lesen ist darauf: ‘Schönster Aussichtspunkt der Neißeberge’. Ich selbst besitze eine Karte von 1918 mit dem gleichen Motiv. Auffallend sind die angelegten Terrassen. Beerensträucher und Obstbäume lösten den Weinanbau nach 1860 ab. Zur Baumblüte kamen viele Besucher aus nah und fern. Touristen von außerhalb kamen vom Bahnhof über die Nordbrücke, Bergstraße, Kleine Himmelsleiter bis zu den Gubener Bergen. Viele Leute besuchten gleich das an der Neißeerhebung gelegene ‘Tivoli’. Und nach einer kleinen Rast ging es von der Neiße und Lindenstraße in Richtung Bismarckturm zur Einsamen Fichte oder zu den Honigbergen. Zum Bismarckturm führten damals viele Pfade, und es konnten Berggaststätten aufgesucht werden. All dies natürlich verbunden mit der schönen Baumblüte. Ein Slogan von 1920 von Konzert- und Ballhaus Tivoli: ‘Großer schattiger Garten mit Gängen und Lauben, mit Theaterbühne und Nebenräume, große Diele, neuer Tanzsaal. Angenehmster Aufenthalt für Sommerfrischler und Familien. Der Besitzer Oswald Roye, Neißestraße 51‘. Zeitzeugen schwärmen immer noch vom ‘Palmenhainsaal’. Auch meine Mutter erzählte zu Lebzeiten immer von diesem schönen Tanzsaal. Tanz unter Palmen! Im Einwohnerbuch von 1939 gab es den Tivoli noch, nach wie vor vom Besitzer Oswald Roye. Heute existieren die Gebäude in Gubin nicht mehr.“ Das bestätigt auch Arno Schulz, der in seiner Mail ergänzt: „Der Fotograf hat die Aufnahme von der damaligen Berg- oder Gartenstraße aus gemacht. Die Schönheit ist leider vergangen. Die Terrassen sind nur noch zu erahnen, wie auf dem beigefügten Foto, aus fast gleicher Perspektive, zu erkennen ist. Es gibt zwar eine Initiative zur Widerbelebung der Gubiner Berge mit bereits ersten Erfolgen, aber es gibt noch viel zu tun, damit aus dem Traum Wirklichkeit wird.“
Vielen Dank allen Rätselfreunden, auch denen, die diesmal auf eine andere Höhe tippten.
Ein reproduziertes historisches Bild im Rahmen gewinnt diesmal Roswitha Koch, die gleich ein neues Rätselbild mit einsandte.
Herzlichen Glückwunsch!
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