
Ein offensichtlich sehr schweres Rätselbild haben wir Ihnen letzte Woche gezeigt. Umso erstaunter waren wir, dass es doch Gubener gibt, die es erkannt haben. So auch Bärbel Koschack. Sie schreibt: „Das Foto zeigt ein Haus aus einem der vielen Dörfer des Kreises Guben vor 1945. Es lag 15 Kilometer südlich von Guben in einem ausgedehnten Waldgebiet zwischen einem Weinberg und einem Mühlberg – es war das Dorf Oegeln. Es lag nahe bei Welto. Im Dorf gab es ein Gut des Grafen Brühl in Pförten mit Försterei, Schäferei und Gärtnerei. Auf dem Weinberg stand ein Berghäuschen, das Jagdschloss des Grafen Brühl. Es wurde Winzerhaus und ab 1924 als Jugendherberge genutzt. Diese Jugendherberge sieht man auf dem Foto – deshalb der Hinweis, dass nicht nur Lausitzer dieses Haus kennen. In herrlicher Landschaft gelegen, wurde es sicher gern besucht. Es gab im Dorf neben der Windmühle auch eine Ziegelei und eine Brauerei. Das Dorf liegt im heutigen Polen und heißt Wegleny. Sollte der Kohlebergbau weitergehen, so verschwindet dieses Dorf auch.“ Angerufen hat auch Elli Rume aus Bärenklau: „Ich selbst bin im Nachbarort Welto ausgewachsen. In Ögeln bin ich acht Jahre zur Schule gegangen. Oft war ich oben auf dem Weinberg, wo die Jugendherberge stand. Allerdings durften wir Kinder nie hinein, so dass ich das Haus nur von außen kenne. Hier oben gab es herrliche Esskastanien, meist wurden wir aber verjagd, um nicht die Kastanien zu naschen. Bei uns hieß das Haus immer nur ‘Kinderberghäuschen’, weil hier vor allem Kindergruppen von weit her herkamen um zu übernachten.
Im Krieg wurde das Haus, das vom Grafen Brühl errichtet sein soll, auch als Kriegsgefangenenlager genutzt. Deshalb sind die Fenster im Erdgeschoss auch vergittert.Später wurde das Haus abgerissen, der gesamte Berg wurde verkleinert. Ansonsten ist der Ort Öegeln, wie auch Welto, noch gut erhalten, es wurde natürlich viel umgebaut.“ Übrigens sind beide Schreibweisen, Oegeln und auch Ögeln, dokumentiert. Herzlichen Dank allen Ratefreunden für die geschilderten Erinnerungen. Ein historisches Bild in Feinem Holzrahmen gewinnt Elli Rume.
Herzlichen Glückwunsch!







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