Zum wunderschön verschneiten Kirchturm aus der Vorwoche erreichten uns wenige Leserbriefe. Soviel sei verraten: Der Kirchturm steht auf der heute polnischen Seite unserer Stadt. Von Reiner Ladewig erfahren wir Details: „Wir blicken heute von der Haagstraße in den Teichbornweg, der bis zur Teichbornstraße aus Süd-Ost nach Nord-West führt. Das Haus links im Vordergrund dürfte in der Haagstraße 1 stehen, die sich vom Osterberg bis zur Grünen Wiese erstreckt. Hier wohnen etwa neun Mietparteien. Eigenartig ist die Nummerierung der Anwesen; nach Westen bis zur Nummer 10 und dann ostwärts fortlaufend bis Nummer 39. Das Fachwerkhaus dahinter, ein typisches Winzerhaus – hier lebten Ackerbürger und Winzer – ist das einzige Gebäude im Teichbornweg, die Nr. 2. Es beherbergte neben anderen Mietern die Stadtgemeinde Guben. Als Winzer werden noch bis heute in Guben ehemalige Weinbauern bezeichnet, die nach dem Rückgang des Weinbaus gegen 1860 zu Obst- und Gemüsebauern wurden. Rechts befindet sich der Alte Friedhof, der seit 1660 existiert. Hier sind u.a. Gräber von sächsischen und preußischen Offizieren und Soldaten der früheren Garnison und auch die letzte Ruhestätte von Bürgermeister Strauch, gestorben 1896, zu finden. Über sein Grundstück führte der Neubau der Teichbornstraße, welcher 1918 von Kriegsrückkehrern errichtet wurde. Man sagt, da die Gebeine nicht umgebettet worden waren, es seien zuweilen Totenköpfe über die Baustelle gerollt. Der Bau der Straße machte sich durch die 1859 erbaute katholische Kirche, die am 28. Oktober 1860 geweiht wurde, erforderlich. Wir sehen die Kirche im Hintergrund, stolz und erhaben.Vorher waren 72 Stufen von der Haagstraße aus zu bewältigen. 1905 wurde die Kirche erstmalig umgebaut, die Gemeinde hatte damals etwa 2000 Mitglieder. Am 30. August 1936 fand die Einweihung eines weiteren Umbaus der Kirche der Dreifaltigkeit statt. Sie ist uns, eingebettet in einem herrlichen Umfeld in der Nähe der Lubst im heutigen Gubin, erhalten geblieben.“
Bärbel Koschack schickte eine Postkarte: „Dieser Stadtteil war eine stille Vorstadtanlage. Hier lebten Ackerbürger und vor allem Dingen Winzer. Ein solches Winzerhaus, im Fachwerk erbaut, zeigt das Rätselbild. Vorbei führte der Teichbornweg. Im Hintergrund steht die Katholische Kirche, die 1860 erbaut und 1935 vergrößert wurde. Im 2. Weltkrieg wurde lediglich die Kirchturmspitze abgeschossen, die noch heute im Garten daneben liegt. Sie bekam später eine neue Spitze und heisst heute Dreieinigkeitskirche und wird von den polnischen Katholiken genutzt. Der Teichbornweg wurde ab 1918 verbreitert, wozu auch ein Stück vom Friedhof genommen wurde.“
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