Guben: Verbotene Fotos Richtung Grenze

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Der Fotograf unseres letzten Rätselbildes stand auf dem Turm der Klosterkirche. Antwort A) war richtig

Gefängnis wurde zum Materiallager / Fabrikant spendete Kirche:
Unser letztes Rätselbild zeigte eine Aufnahme, die in den 1960er-Jahren vom Turm der Klosterkirche gemacht wurde. Arno Schulz stellte uns das Foto aus seinem privaten Fundus zur Verfügung: „Ich habe das Bild damals selbst gemacht. Zu der Zeit wurde gerade das Dach der Kirche neu gedeckt. Ich war damals  als Klempner und Installateur vor Ort und habe die Gelegenheit genutzt, um ein paar Bilder zu schießen. Das war damals verboten, vor allem Fotos in Richtung polnische Grenze und darüber hinaus. Die meisten der Gebäude die zu sehen sind, wurden längst abgerissen. Darunter viele Wohnhäuser, die aufgrund des langen Leerstandes einfach nicht mehr gebraucht wurden. Teilweise wurden die Flächen neu bebaut. So auch der Bereich vorn links im Bild. Es entstanden Park-, aber auch Grünflächen. Links im oberen Bereich ist das Dach der Kirche des Guten Hirten zu erkennen, eine Spende von Hutfabrikant Friedrich Wilke. Und mittig, kaum zu sehen, ist die  alte Malzfabrik. Hier wurde einst Gerste zu Malz verarbeitet für die Bierbrauereien. Drei gab es früher einmal hier in der Gegend. Sie lagen auf polnischer Seite, bezogen ihr Malz von hier.“
Bärbel Koschack kannte ebenfalls die richtige Lösung: „Man sieht dabei rechts das frühere Gerichtsgefängnis, U-Haft für Straffällige. Links daneben befindet sich der Hof für den Freigang der Insassen. Nach der Auflösung des Gefängnisses hatte die Volkspolizei ein Materiallager eingerichtet. Heute steht es leer. Im Vordergrund die Kirchstraße bis zum Poetensteig. Daneben die Gebäude der ehemaligen Firma Gustav Thamm (Fuhrunternehmen und Kohlegroßhandlung), Hitlerstraße 21. Die ev.-lutherische Kirche kann man ebenfalls sehen. Sie wurde im 1903 durch die Architekten Spalding und Grenander für den Auftraggeber Friedrich Wilke erbaut. Er ist 1908 am Bahnübergang Turnerwäldchen verunglückt. Heute handelt es sich um die Kirche des Guten Hirten. Man sieht weiter die Rückansicht der großen Bürgerhäuser in der Berliner Straße Nr. 5-7.“
Gewonnen hat diesmal Bärbel Koschack.
Herzlichen Glückwunsch!