Guben: Zentrale Oberschule Groß Gastrose war einst die Villa Lehmann /

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Bohnerwachs verbreitete typischen Schulgeruch / Später ZOS „Werner Seelenbinder“

Zum Rätselbild mailt und Frank Richter: „Bei dem Gebäude handelt es sich um Villa des Mühlenbesitzers Carl Lehmann sen., ab 1952 als Schule und Hort genutzt und seit September 2005 Bestandteil des Kinderhauses (KiGA, Schulhort) in Groß Gastrose. Erster Schulleiter war Herr Hauptmann ab 1946 und ab 1967 Frau Lisa Leutloff.
Das ‘ZOS’ am Giebel steht für Zentrale Oberschule. Zum 30. Jahrestag der DDR erhielt die Schule 1979 den Ehrennamen ‘Werner Seelenbinder’. Das Foto wurde also davor aufgenommen, da der Name ebenfalls am Giebel sichtbar war. In der Chronik von Groß Gastrose, die in einem ABM-Projekt von Frau D. Bursch und P. Wiepke erstellt wurde, ist ein Foto vom Eingang mit dem Schriftzug unter dem Halbbogen abgedruckt.
Ab 1983 war Herr Hedelt Direktor der ZOS ‘Werner Seelenbinder’. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um meinen ehemaligen Physiklehrer von der POS Karl Liebknecht in Guben.
Im Jahre 1972 lernten 347 Kinder in 14 Klassen. Ab 1991, zum 100. Jahrestag der Schule, wurde diese zur Grundschule mit nur noch 165 Schülern in acht Klassen. Schulleiterin war Frau Nitschke. Seit 1994 hat die Gemeinde Schenkendöbern die Trägerschaft.“
Ganz persönliche Erinnerungen schildert Uta Herzer: „In Groß Gastrose begann ich vor nunmehr 50 Jahren als Lehrerin der Unterstufe mein Arbeitsleben, zunächst als Lehramtsanwärterin, nach den letzten Prüfungen schließlich als Lehrerin in der abgebildeten Schule. und genau für zehn Jahre. In dieser Zeit erwarn ich dank eines kollegialen Miteinanders das Rüstzeug für meinen Beruf. Die Ausstattung der Schule ließ es kaum zu, die Schüler mit technischen Highlights zu fordern und zu fördern, aber unsere oft selbst angefertigten Unterrichtsmittel halfen auch beim Lernen. Der typischen Schulgeruch kam von den gebohnerten Holzdielen. Das stets schmackhafte Schulessen nahmen alle im Keller ein und unser Lehrerzimmer hatte nicht einmal Platz für alle Kollegen, wenn wir zu Dienstbesprechungen zusammentrafen. Aber gefeiert wurde tüchtig in diesem Haus. Das geschah in einem der Klassenräume.
Seit die Schule eine Zentralschule wurde, waren wir Lehrkräfte auch zur Aufsicht der Fahrschüler eingeteilt.
Noch heute und besonders zum 120-jährigen Jubiläum zieht es mich in meine alte Schule, und ich freue mich zu sehen, wie dieses Gebäude heute von außen und auch von innen den Erfordernissen der Zeit, eine freudige Lern- und Spielumgebung zu sein, entspricht.“