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Erster Betriebsausflug führte zum Zindelplatz / Bebauung des Platzes fehlt noch
Die Zufälle sind immer wieder erstaunlich, die mit unserer Rätselbildserie einhergehen. So war Heinz Bennewitz wohl recht erstaunt, als er die letzte Seite aufschlug. Am Telefon erzählte er: „Das Foto hat mich sehr interessiert, weil darauf mein Arbeitskollege Fritz Rublack zu sehen ist. Als es nämlich gestattet war, wieder die polnische Seite von Guben, also Gubin, zu besuchen, haben wir vom Arbeitskollektiv gleich einen Ausflug auf die andere Seite unternommen. Ich habe damals im Chemiefaserkombinat gearbeitet. Unsere erste Exkursion führte uns auch auf den Zindelplatz, der auf dem Bild zu sehen ist. Links ist jetzt eine Apotheke, rechts davon der Dicke Turm und geradezu sind Reste der Stadtmauer zu sehen. Weiter rechts ist jetzt eine polnische Bank.“ Die Grenzen nach Polen und in die CSSR wurden am 1. Januar 1972 geöffnet. Die drei Regierungen beschlossen auch den infrastrukturellen Ausbau in den Grenzregionen. Allerdings wurde die uneingeschränkte Reisefreiheit nach nur wenigen Monaten wieder eingeschränkt. Trotzdem entwickelte sich ein reger Austausch zwischen den Ländern.
Weitere Details schreibt uns Bärbel Koschack: „Unschwer ist der Werderturm, heute Ostrower Turm, in Gubin zu erkennen, 3. Maja-Straße, früher Jentsch-Platz. Das Foto wurde noch in den 1970er-Jahren aufgenommen, ehe vor dem Giebel des Museums rechts das Bankgebäude PKO BP in der heutigen Slowackiego Straße gebaut wurde. Vor dem Krieg standen hier in der Wilhelmstraße Wohn- und Geschäftshäuser. Das Haus links war früher ein Mechanikergeschäft von Willi Woop. Daneben stand links die Drogerie von Julius Witt & Nachfolger.
Vom Zindelplatz im Vordergrund geht es links in die Neustadt, geradeaus ist der Jentschplatz mit Resten der Stadtmauer (links) zu erkennen.“
Auf eine Karte hat Familie Menzel ihre Lösung geschrieben und mit Ausschnitten alter Dokumente ergänzt. „Mit der Straßenbahn ging es früher über den Zindelplatz, vorbei am Dicken Turm und dem Städtischen Altertumsmuseum, zum Jentschplatz. Dort zu sehen ist auch ein größeres Mauerstück der ehemaligen Stadtbefestigungsanlage. Das Städtische Altertumsmuseum hat eine reichhaltige Sammlung heimatlicher Altertümer, unter anderem die Nachbildung des berühmten Goldfundes von Vettersfelde, der im 6. Jahrhundert vor Christus in der Gegen des Schwarzen Meeres angefertigt wurde. Gefunden wurde der Schatz bei der Feldbestellung.“