Hochwasser an Neiße, Spree und Lubst

Leser erinnern sich an ungebändigte Lausitzer Flüsse auch in jüngerer Zeit.

Hochwasser in Guben
Hochwasser in Guben.

Das war diesmal eine äußerst schwierige Aufgabe, die aber auch an schwere Prüfungen für die Menschen erinnert, die an unseren eigentlich „harmlosen“ Flüssen wohnen. Tatsächlich haben die meisten Leser das Rätselbild der Stadt Cottbus zugeordnet, einige auch Spremberg, und eigentlich die Minderheit der Neißestadt Guben, um die es aber ging. Doch tatsächlich wissen wir aus einer Bildreportage aus dem Cottbuser Anzeiger von 1930, dass jenes Hochwasser gleichzeitig die Neiße und die Spree betraf.

Zugleich mit dem Neißehochwasser ertranken im Oktober 1930 auch die Orte an der Spree, wie die Dokumente zeigen, Sandsäcke am Cottbuser Wernersteg.

Aus Spremberg schreibt uns Manfred Gnida: „Abgebildet ist ein Hochwasser in Guben, weil dort der Namenszug der Stellmacherei von Paul Gross zu lesen ist. Die Firma befand sich in der Gubener Lubststraße 6, wo sich auch in der gleichen Straße die Tuchfabrik Schemel in Nr. 2 befand und mit deren Namen auch der Schemelweg verbunden ist.

Die überfluteten Madlower Wiesen vor der Madlower Kirche.
Die überfluteten Madlower Wiesen vor der Madlower Kirche.

Im Foto das Hochwasser von 1930, als die Oder und deren Zuflüsse, wie hier die Lausitzer Neiße, stark anstiegen. An Gewaltige Hochwasser erinnert das Jahr 1897, als über ein Jahrhunderthochwasser berichtet wurde, aber auch 1926 blieb die Stadt nicht verschont, als die Wassermassen im Juni und Juli das Einzugsgebiet von und Oder bedrohten. Lubststraße, Grüne Wiese, Haagstraße, Wilhelmsplatz, Schützeninsel, Alte Poststraße oder Kastaniengraben wurden zu Seen. Für Kinder war das Hochwasser eine Belustigung und man fuhr mit Badewannen und, wie im Bild ersichtlich, mit Booten oder hängte sich samt Fahrrad an Pferdefuhrwerke. Erinnerungen werden bei vielen noch an den ‘Schemelweg’ wach, welcher parallel östlich der Lubststraße verlief oder aus dieser Straße an die Weinhandlung Otto Wähner, die Löwen-Apotheke oder das Restaurant ‘Mark Brandenburg’.“

Das überflutete Spremberg, das hart betroffen war.
Das überflutete Spremberg, das hart betroffen war.

Auf Guben tippten u.a. auch Dietmar Sachs, Am Teich in Cottbus, und Knut Noack, Straße der Freundschaft in Lauchhammer. S. Sachse mailt: „Es wird wohl Guben sein, dem einerseits meist das Wasser fehlte, um den alten Kahnbetrieb zum Salztransport aufrecht zu erhalten, andererseits oft die Oderhochwasser über die Neiße in die Stadt drückten. Aber auch Cottbus käme infrage. Hier gab es noch nach 1990 Hochwasser und die gerade renovierten Gerberhäuser mussten mit Sandsäcken verschanzt werden.“

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