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Komptendorfer Pfarrer Kito Albin schrieb in wendisch

Damals war´s | Von | 8. Juli 2022

Kirche mit Ortseingangsschild

Die gotische Kirche von Komptendorf, über 50 Jahre Wirkungsstätte von Kito / Christian Albin

Die Komptendorfer Kirche gehört zu den bedeutenden Kunstdenkmälern der Niederlausitz. Sie ist über 500 Jahre alt, wirkt trutzig mit ihrem quadratischen Feld-/Backsteinturm und anspruchsvoll mit ihrem viergeschossigen Staffelgiebel am Ostchor. Ein spätgotisches Schmuckstück. Innen gibt es einen Renaissance-Altaraufsatz mit drei biblischen und einem Stifter-Bildnis, eine schön geschmückte Kanzel und den schwebenden Engel, der noch heute zu Taufen die Schale reicht. Wir befinden uns im Wirkungsreich von Pfarrer Kito Albin, der hier von 1833 bis 1884 treu seines Amtes waltete. Kommenden Montag ist sein 134. Todestag und ein paar Tage später, am 25. Juli, wird sich die Gemeinde seines 220. Geburtstags erinnern.
Christian (Kito) Albin war ein Bauernsohn aus dem Dörfchen Jessen bei Spremberg, das 1971/72 der Tagebau Welzow-Süd schluckte. 650 Einwohner lebten dort zuletzt und wurden umgesiedelt. Kito war gewiss in all den Jahren ein Ausnahmekind, denn er durfte das Gymnasium in Cottbus besuchen. Er studierte Theologie, wurde Hilfspfarrer und dann ein halbes Jahrhundert Pfarrer in Komptendorf. 1850 gehörte er zu den Mitgründern des “Wendischen Vereins für die Niederlausitz”, in dessen Auftrag er, wie der Biografensammler Hans-Hermann Krönert herausfand, die Erzählung “Seltsame Begebenheit des armen Heinrich” ins Wendische übersetzte und in der Cottbuser Mühlenstraße drucken ließ. Es war ein früher Versuch zur Herausgabe niedersorbischer Prosa, um die Alphabetisierung der wendischen Kinder zu fördern. 1868 unterstützte Albin eine weitere Gesamtausgabe der Bibel in wendischer Sprache.

Kirchenchronik

Titel der Kirchenchronik

Nachdem 1709 Pfarrer Johann Gottlieb Fabrizius in Kahren den Druck des Neuen Testaments in wendischer Sprache realisiert hatte und 1791 der Kolkwitzer Pfarrer Johann Friedrich Fritze die Übersetzung des Alten Testaments vorlegte, gab es 1796 erstmals die gesamte Bibel in niedersorbisch-wendischer Sprache. Mit ihrer Hilfe lernten viele Kinder das Lesen und Schreiben in ihrer Muttersprache. Wendische Literatur wurde bis dahin nicht genehmigt. Kito Albins Erzählung war also infolge einiger Lockerungen nach der gescheiterten bürgerlichen Revolution eine Ausnahme. Etwas später, um 1863 publizierte er noch sorbische und wendische Sprichwörter. Begleitend dazu verbreitete er einen Aufruf, dieses Material möglichst im Schulunterricht zu verwenden. Nur wenige Dorfschullehrer machten Gebrauch davon.
Zum Andenken an den eifrigen wendischen Seelsorger gibt es auch eine Sammlung von Predigten aus seiner Hand und die sorgfältige Chronik der Komptendorfer Kirchgemeinde.

Weitere historische Beiträge aus der Niederlausitz finden Sie hier!



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