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Rudolf Virchow – Die ‘Lausitzer Kultur’ hat er benannt

Bilder aus der alten Niederlausitz | Von | 2. September 2022

Bronze-Wagen

Rätselhftes Bronze­wägelchen aus Burg

Rudolf Virchow (1821-1902) wird vor allem mit der Berliner Charité und seinem dortigen Wirken als Direktor des Pathologischen Instituts in Verbindung gebracht. Für den Raum Niederlausitz von Schwergewicht ist aber auch seine Leistung als Anthropologe und Archäologe.
Schon 1869 war er Mitbegründer der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. 15 Jahre später regte er die Bildung der Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Altertumskunde an, deren Ehrenmitglied er wurde. Die jetzige Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde sieht sich in deren Tradition.
Virchow stammte aus Schivelbein in Westpommern, war zunächst Prof. der pathologischen Anatomie in Würzburg, später führender Arzt und Sozialpolitiker in Preußens Hauptstadt. Als Erforscher der Vorgeschichte trieb es ihn weit über die Stadtgrenzen hinaus, zuletzt bis Georgien. Besonders intensiv befassten er und sein archäologischer Freundeskreis sich mit dem Spreewaldraum. Zu prä­his­torischen Exkursionen reis­ten sie nach Cottbus, Kolkwitz, Zahsow, Burg, Vetschau, Werben und Luckau. Für die Zeitschrift für Ethnologie verfasste Virchow 1880 einen umfangreichen Aufsatz unter dem Titel „Der Spreewald und die Lausitz“, in dem er von den Untersuchungen der Gräberfelder und Burgwälle berichtet und auch die zwei Bronzewägelchen aus Burg beschreibt. Er vermutet in ihnen „Einfuhrartikel des etruskischen Handels“, ohne den Zweck de2 Objekte mit den „Stierköpfen“ zu benennen. Das Rätsel ist bis heute nicht gelöst; die Originalfunde liegen in Moskau, eine Kopie zeigt das Museum in der Slawenburg Raddusch.
Zu seinem 200. Geburtstag im Jahre 2021 ist Rudolf Virchows Lebenswerk in zwei Beiträgen im NIEDERLAUSTZ-Jahrbuch Nr. 5 ausführlich gewürdigt worden. Auf archäologischem Gebiet liegt sein bleibendes Verdienst darin, die slawische und die von ihm benannte Lausitzer Kultur zeitlich eingeordnet zu haben.
Virchow hatte das Glück, schon zu Lebzeiten für seine ertrag­reiche Arbeit gebührende An­erkennung zu finden. Zu seinem 80. Geburtstag am 13. Oktober 1901 fand im Hörsaal seines Museums eine beachtliche akademische Feier statt. Es gingen rund 800 Grußadressen aus der ganzen Welt ein. Virchow war zu diesem Zeitpunkt schon seit zehn Jahren Ehrenbürger von Berlin und seit 1899 Ehrenmitglied der Charité.
Virchow starb also hochgeehrt am 5. September 1902 in Berlin. Sein Museum in Berlin blieb erhalten. Dort wo er die „Radduscher Schanze“ wahrnahm, steht jetzt die Slawenburg mit einem Museum, das an Virchows Forschungen anschließt und ihn als Person würdigt. H.

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