
So alt wie die Radfahrer vorgeben ist dieses Foto, das uns Peter Zühlke freundlicherweise zur Verfügung stellte, nicht! Und auch das Wirrwarr der runden Jahrfeiern sorgte für Unsicherheit: „Ich bin zwar nicht sicher, aber ich denke, das Foto ist aus der Zeit vom 3. bis 12. August 2001“, tippt Helga Reichstein. „Es war das Heimatfest zur 700-Jahrfeier mit großem Festumzug und Lauermann-Spektakel auf der Freilichtbühne.“ Die 700 Jahre wurden 2001 aber nicht zum ersten Mal gefeiert. „Die Richtung des Umzuges verrät, dass es sich um die 700-Jahrfeier von 1971 handeln muss“, hat Ulrich Müller recherchiert. „Außerdem ist das heutige Fahrradgeschäft noch nicht renoviert. Es ist sehr ungewöhnlich, dass der Umzug vom Markt in Richtung Dresdener Straße führt. Genau führte die Festparade von der Karl-Marx-Straße über Geschwister Scholl-, Kant- und Schlossstraße zum Markt, von dort weiter zur Clara-Zettkinstraße, die heutige Dresdener Straße und über die Lindenstraße zurück zur Karl-Marx-Straße. Das war am 3. Juli 1971, um 14 Uhr startete der Umzug.“ Schwieriger ist es, etwas über die Hochradfahrer zu erfahren. „Es kann eigentlich nur die Gruppe 19 der Turnbewegung gewesen sein“, so Ulrich Müller. Der damalige Amtsleiter für Kultur und Sport, Lothar Barnowski, der damals verantwortlich für den Umzug war, ist nur noch selten in Spremberg.
„Der Umzug war fast das Finale einer ganzen Festwoche“, setzt Ulrich Müller fort. „Los ging es schon am 24. Juni mit einer Festveranstaltung der Stadtverordneten. Einen Tag später wurde der Vergnügungspark eröffnet und es wurde eine Festsitzung der Stadtverordneten zelebriert. Weiter ging es dann am 26. Juni mit einem Sternmarsch mehrerer Orchester und vielem mehr. Finale war dann am Sonntag, den 4. Juli, ein Boxkampf, Turnvorführungen und eine Reit- und Springschau. Das gesamte Schlussprogramm wurde im alten Stadiongelände durchgeführt.“ Auch Jürgen Gäßner erinnert sich noch an die falsche 700-Jahrfeier: „ich weiß noch, es war ein sehr langer Festumzug. Alle Sportvereine hatten sich eingebracht. Und die Handwerksbetriebe hatten sich zusammengeschlossen.“
Weitere Beiträge über das historische Spremberg und das Umland finden Sie hier!









Schreibe einen Kommentar